Jugendliche Nachteulen
Jugendliche werden zu Unrecht von Eltern und Lehrern gescholten, wenn sie morgens nicht rechtzeitig aus dem Bett kommen und sich in der Schule nur mit Mühe wach halten können. Denn Ursache der ausgeprägten Morgen-Schläfrigkeit sind meist weder Disco oder Bettlektüre noch Internet oder nächtliche Telefongespräche mit Freunden. Bewiesen wurde das unter anderem durch ein mehrwöchiges Forschungsexperiment im Schlaflabor einer nordamerikanischen Universität, an dem Hunderte von Jugendlichen teilnahmen. Dabei stellte sich heraus, dass das Schlafbedürfnis der Jugendlichen mit dem Einsetzen der Pubertät wieder ansteigt.
Auch hier scheint es keine geeignete Lösung zu sein, die jungen Leute früher ins Bett zu schicken. Denn offenbar ist der tägliche Schlaf-Wach-Rhythmus der Jugendlichen so gestellt, dass sie tatsächlich erst gegen elf Uhr abends einschlafen können und erst nach neun Uhr morgens richtig wach werden. Als Beweis gilt den Forschern die Produktion des Schlafhormons Melatonin, das bei Jugendlichen erst zwei Stunden später als bei Kindern seine höchste Konzentration im Blut erreicht. Da ihre innere Uhr also ständig mit den Ansprüchen der Außenwelt kollidiert, weisen viele Jugendliche einen erheblichen Schlafmangel auf. Der aber hat nicht nur negative Folgen, sondern beeinträchtigt auch die Konzentration und das Leistungsvermögen und führt somit zu schlechteren Noten in der Schule. Auch für Jugendliche sollte deshalb der Unterricht erst ab neun Uhr morgens beginnen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass viele junge Menschen schon in frühem Alter Schlafstörungen entwickeln. (Stiftung Warentest | www.test.de/buecher)
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