Schlaf und äußere Einflüsse
Für unseren individuellen Schlaf sind soziale Zwänge, persönliche Gewohnheiten und einschneidende Erlebnisse mindestens ebenso wichtig wie körperliche Veränderungen. Die Ergebnisse verschiedener in den letzten Jahren durchgeführter Studien haben zum Beispiel mit der Vorstellung aufgeräumt, der Nachtschlaf sei die „natürliche“, selbstverständliche Form des Schlafes.
Um äußere Einflussgrößen auszuschließen, wurden die Versuchspersonen bei einer dieser Studien für drei Tage vollständig von der Umwelt isoliert. Sie hatten weder Anhaltspunkte dafür, wie spät am Tag es war, noch mussten sie einer Beschäftigung nachgehen. Im Laufe des Experimentes zeigte sich, dass die Versuchspersonen unter diesen monotonen Bedingungen neben einer Hauptschlafphase in der Nacht, auch am Tag eine Schlafphase einlegten. In vielen südlichen Ländern ist ein solcher Tagesschlaf, die Siesta, als Anpassung an klimatische Bedingungen gang und gäbe.
In anderen Experimenten wurde außerdem festgestellt, dass sich tagsüber, ungefähr im Vier-Stunden-Takt, unsere Einschlafbereitschaft erhöht. Da wir jedoch gewöhnlich tagsüber arbeiten und ein kurzes Nickerchen am Tage gesellschaftlich nicht anerkannt ist, geben wir diesem Bedürfnis nicht nach.
Oft bestimmen die Zwänge des Arbeitslebens, wann wir zu Bett gehen und wie lange wir schlafen können. Viele Menschen schlafen unter der Woche kürzer, als es ihrem individuellen Schlafbedürfnis entspricht. Auch psychische und körperliche Belastungen, wie zum Beispiel Stress, Ängste oder Schmerzen, können die Qualität unseres Schlafes vorübergehend beeinträchtigen. Ebenso empfindlich reagieren wir im Schlaf auf äußere Faktoren wie Lärm oder ein schlechtes Bett. Unser Schlaf ist eben keine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr ein sensibler Gradmesser unseres persönlichen Wohlbefindens.
|
|
| ||
|
Fernreisen gehören mittlerweile zum Alltag, ein paar Tage Urlaub in Asien oder eine kurze Geschäftsreise nach Nordamerika – das ist heute nichts besonderes mehr. Immer mehr Menschen müssen dadurch aber auch mit dem Jetlag-Syndrom kämpfen, zu dem es durch die Überquerung mehrerer Zeitzonen innerhalb weniger Stunden kommt. |
Das Jetlag-Syndrom
| ||
|
Druckansicht
