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  • Schlaftipps für den Schulanfang
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Kind im Bett

Kleinkinder haben immer sehr viel Energie und können stundenlang herumtoben, ohne müde zu werden. Dies kann bei vielen Eltern zu einer Herausforderung werden, wenn es Schlafenszeit wird.

Erfahre hier, weshalb dein Kind am Abend nicht einschlafen kann und was du dagegen tun kannst:

Weshalb ist Schlaf für Kleinkinder so wichtig?

Es ist keine Seltenheit, dass Kinder zur Schlafenszeit nicht müde werden. Dadurch steigt aber auch das Risiko, dass sie im Erwachsenenalter ebenfalls ein Schlafdefizit entwickeln. Im Schlaf wird vor allem das Gehirnwachstum gefördert, welches sich bei zu wenig Schlaf negativ auf die kognitive und geistige Entwicklung des Kindes auswirken kann. Zudem werden die Erinnerungen und das Wissen, welches das Kind am Tag erlangt hat, gefestigt. Des Weiteren wird im Schlaf das Immunsystem gestärkt, wodurch das Kind nicht so anfällig für Krankheiten ist und schneller wieder genesen kann als ein Kind, welches unter Schlafproblemen leidet. Überdies wird bei Schlafproblemen das Wachstumshormon gehemmt und das Risiko für eine Fettleibigkeit erhöht.

Wieso will dein Kind nicht schlafen?

Trotzphase

Die Trotzphase beginnt mit ungefähr zwei Jahren. Hierbei erkennt das Kind, dass es eine eigene Persönlichkeit hat und auch einen eigenen Willen. Sie haben das Bedürfnis, selbst Entscheidungen zu treffen und sich gegen die Eltern durchzusetzen. Je nach Kind ist das Durchsetzungsvermögen unterschiedlich stark. Wohingegen manche Kinder nur strampeln, können andere anfangen zu schreien und Wutausbrüche bekommen. In beiden Fällen sollten Eltern versuchen in dieser Situation ruhig zu bleiben und mit dem Kind versuchen zu reden. Diese Trotzphase ist vor allem vor der Schlafenszeit keine Seltenheit. Sie möchten sich unabhängig fühlen und gerne ihre Grenzen testen, weshalb das Zubettgehen für viele Eltern eine Herausforderung werden kann. Im Babyalter ist der Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes noch nicht vollständig entwickelt, im Kleinkindalter sieht das ganz anders aus. Ab zwei Jahren schlafen Kinder in der Nacht bereits durch und haben viel längere Tiefschlafphasen als Babys. In der Tiefschlafphase oder der REM-Phase festigen Kinder die Erinnerungen aus dem Tag und treiben die Entwicklung des Gehirns voran. Wenn sie nicht genügend Schlaf bekommen, weil sie sich weigern ins Bett zu gehen, kann dies negativen Einfluss auf die Entwicklung nehmen. Die Trotzphase kann bis zum 6. Lebensjahr andauern, doch in den meisten Fällen geht diese mit ungefähr vier Jahren bereits zurück.

Falsche Abendrituale

Oftmals sorgen auch falsche Rituale vor dem Zubettgehen dafür, dass Kinder nicht einschlafen können. Hier sind einige genannt:

  • Fast alle Kinder sind gegenwärtig dem Blaulicht von Bildschirmen ausgesetzt. Sei es der Fernseher, der Laptop oder das Tablet. Durch das blaue Licht wird dem Gehirn vorgegaukelt, dass es Tag ist und die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin wird gehemmt. Dadurch wird die Müdigkeit am Abend hinausgezögert und das Einschlafen wird dem Kind erschwert. Deshalb sollten Eltern alle elektronischen Geräte mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen wegnehmen.
  • Zucker ist dafür bekannt wach zu machen, weshalb süße Getränke wie Cola oder Snacks wie Schokolade vor dem Zubettgehen vermieden werden sollten.
  • Auch schwere Mahlzeiten sollten Kinder kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr zu sich nehmen. Lebensmittel wie Fleisch senken den Serotoninspiegel und halten den Körper aufgrund der schweren Verdauung wach. Daher sollte das Kind die letzte schwere Mahlzeit entweder vier Stunden vor dem Zubettgehen essen oder auf eine energieärmere Mahlzeit zurückgreifen, welche zwei Stunden vorher verzehrt werden kann. Dadurch wird nicht nur leichteres Einschlafen ermöglicht, sondern trägt auch zu einem besseren Stoffwechsel bei.
  • Eine optimale Schlafumgebung kann Wunder bewirken. Sorge dafür, dass die Raumtemperatur zwischen 16 °C und 20 °C beträgt. Wenn wir schlafen, sinkt unsere Körpertemperatur und wenn es im Zimmer zu warm ist, kann der Körper nicht in den Ruhemodus gelangen. Außerdem sollte es dunkel und leise im Zimmer sein und gut durchlüftet. Dafür reicht es, wenn man das Fenster 10 Minuten vor dem Schlafengehen öffnet und wieder schließt, wenn das Kind schlafen geht, um einen Luftzug zu vermeiden.
  • Es ist wichtig, dass Kinder vor dem Zubettgehen Ruhe erhalten und beispielsweise nicht mehr spielen oder toben. Dies kann zu einer Reizüberflutung führen und sie benötigen länger, um sich wieder zu beruhigen und einschlafen zu können. Wenn du das Kind jedoch auspowern möchtest, damit es am Abend müde ist, sollte dies um die Mittagszeit herum passieren und auch nicht im Bett. Das Bett sollte viel lieber ein Ort für das Kind sein, womit es Ruhe symbolisiert.

Der Tag war zu aufregend

Ein weiterer Grund für das schwere Einschlafen könnte die Reizüberflutung am Tag sein. Beispielsweise könnte das Kind viel erlebt haben und muss erst seine Gedanken loswerden. Wenn die Gedanken am Abend nicht zur Ruhe kommen, beeinflusst es das Einschlafen von Erwachsenen ebenfalls. Bei Kindern ist es genau das Gleiche. Es kann aber auch sein, dass das Kind in der Nacht vorher einen Albtraum gehabt hat und sich noch keine Möglichkeit ergeben hat, mit den Eltern darüber zu sprechen.  Das Kind hat also Angst einzuschlafen, weil es den Traum noch nicht verarbeitet hat und ihm diese Erfahrung einen Schrecken eingejagt hat. Kleinkinder können noch nicht vollständig von Traum und Realität unterscheiden, weshalb es immer hilft, mit dem Kind darüber zu reden und ihm zu versichern, dass es nicht echt war. Es ist ebenfalls nicht gut für das Kind, wenn sein ganzer Tag durchgeplant ist und es vom Kindergarten direkt zum Gitarrenunterricht geht und vom Gitarrenunterricht zum Turnen und erst spät abends nach Hause kommt. Dies ist ebenfalls eine Reizüberflutung und wird dem Kind das Einschlafen erschweren. Der damit verbundene Stress lässt das Kind am Abend nicht zur Ruhe kommen.

Wie kann man, als Elternteil dem Kind helfen, besser einzuschlafen?

Das wichtigste, was Eltern tun sollten, ist ruhig und bestimmt bleiben. Wenn du merkst, dass dein Kind gestresst ist, hilft es, mit dem Kind darüber zu reden und vor dem Schlafengehen eventuell Entspannungsmusik anmachen. Gib ihm das Gefühl, dass es bei dir sicher und geborgen ist. Sollte dein Kind aufgrund der Trotzphase nicht schlafen wollen, gehe auf die Machtkämpfe gar nicht erst ein. Dadurch verliert das Kind schnell das Interesse, sich zu behaupten. Am besten warten, bis das Kind sich beruhigt hat und erst dann das Schlafengehen nochmal mit Ruhe versuchen. Bevor du das Kind zu Bett schickst, plane eine extra Stunde ein, wo es auf alle möglichen elektronischen Geräte verzichtet und genügend Zeit bleibt, um zu Ruhe zu kommen. Halte das Zimmer zudem dunkel, leise und gut durchlüftet.

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Über den Autor:

Jana Krüger
Jana ist eine wissensdurstige Texterin mit einem kürzlich erworbenen Bachelor in Germanistik, die sich auf medizinische Texte spezialisiert hat und in ihrer Freizeit gerne Yoga macht und lehrt.
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