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Kinder spielen im Bett

Viele Eltern sind besorgt, wenn ihre Kinder früh am Morgen aufwachen. Vor allem wenn dies kein Einzelfall bleibt und sich jeden Morgen wiederholt.

Lese in diesem Artikel alles, was du über die möglichen Ursachen und Lösungen wissen musst:

Was sind die Gründe für frühes Aufwachen von Kleinkindern?

Kinder, die ein Jahr alt sind, benötigen ungefähr 14 Stunden Schlaf täglich, wohingegen Kinder mit sechs Jahren nur noch 11 Stunden Schlaf am Tag benötigen. Für Erwachsene ist es dennoch eine lange Dauer, da wir nur 8 Stunden Schlaf täglich brauchen. Bei einer so langen Schlafdauer müsste man meinen, dass Kinder viel später aufstehen als wir Erwachsene. Weshalb also sind unsere Kinder bereits früh am Morgen hellwach?

Mittagsschlaf

Wenn ihr Kleinkind noch regelmäßig seinen Mittagschlaf macht, braucht es demnach weniger Schlaf in der Nacht und wird am Morgen früher wach. Allgemein gesehen gibt der Mittagschlaf dem Kind neue Energie für die zweite Tageshälfte und steigert zudem die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Es hängt vom Alter ab, ob ein Kind einen Mittagschlaf benötigt oder nicht. Im Alter von einem Jahr braucht das Kind durch die hohe Schlafdauer von 14 Stunden zwei Tagschläfe, um erholt und ausgeglichen zu sein. Mit zwei Jahren reduziert sich die Schlafdauer um eine Stunde und die Anzahl der Tagschläfe ebenfalls, sodass das Kind meist nur noch einen Mittagsschlaf täglich benötigt. Ab welchem Alter ihr Kind keinen Mittagsschlaf benötigt, ist sehr individuell. Manche Kinder benötigen mit bereits drei Jahren keinen mehr und andere wiederum sind auf den Mittagsschlaf noch mit fünf Jahren angewiesen. Hierbei sollte man das Kind entscheiden und ihm den Mittagsschlaf weder entziehen noch aufzwingen. Wenn sie nicht möchten, dass ihr Kind so früh aufsteht, sollten sie ihr Kind am Abend lediglich ein wenig später zu Bett bringen.

Schlafstörungen

Wenn sie das Kind später zu Bett bringen und merken, dass es dennoch früh aufsteht, kann ein Schlafdefizit die Ursache dafür sein. Hier finden sie alle möglichen Störungsfaktoren, die ihr Kind daran hindern, ein- und durchzuschlafen und was sie dagegen tun können.

Temperatur

Viele Eltern denken, dass ein gut beheiztes Zimmer den Schlaf der Kinder angenehmer macht, weil es im Raum schön kuschelig ist. Doch das Gegenteil ist der Fall, da eine zu hohe Raumtemperatur sich negativ auf die Schlafqualität auswirkt. Der Körper geht während des Schlafens in den Ruhemodus und dreht seine Kerntemperatur und seine Systeme herunter. Ist die Raumtemperatur zu hoch, wird der Körper daran gehindert und man hat Probleme ein- und durchzuschlafen. Eine ideale Raumtemperatur sollte daher zwischen 16 °C und 21 °C betragen. Zudem ist genügend Sauerstoff sehr wichtig für einen erholsamen Schlaf, weshalb man zusätzlich vor dem Zubettgehen das Zimmer des Kindes mindestens zehn Minuten lang lüften sollte.

Licht

Licht ist in unserer Zeit wohl einer der wichtigsten Zeitgeber. Seit der Erfindung des künstlichen Lichts wird der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus durch elektronische Geräte wie Handy, Laptop, Tablet oder Fernseher gesteuert. Davon sind heutzutage auch Kinder nicht ausgenommen. Das blaue Licht der Bildschirme unterdrückt die Melatoninproduktion, welches für die Schläfrigkeit verantwortlich ist. Kann das schlaffördernde Hormon nicht seine volle Wirkung entfalten, wird der Wachzustand verzögert und es fällt unseren Kindern schwerer ein- und durchzuschlafen. Aus diesem Grund sollte man dem Kind die Nutzung aller elektronischen Geräte wie Tablet oder Fernseher eine Stunde vor dem Zubettgehen verweigern. Dadurch kann ein leichteres Einschlafen garantiert werden.

Schlafenszeiten

Man sollte dem Kind so früh wie möglich regelmäßige Zubettgehzeiten beibringen. Eine konstante Bettzeit-Routine, die jeden Abend zur gleichen Uhrzeit eingeleitet wird, fördert einen gesunden Schlaf. Diese kann entweder ein Bad sein oder eine Geschichte, die dem Kind vorher vorgelesen wird. Zudem sind die Routinen und Rituale essenziell für das Wachstum des Kindes. Wenn es jeden Abend zur gleichen Zeit schlafen gelegt wird, kann sich der Schlaf-Wach-Rhythmus vollständig entwickeln und das Kind kann viel besser ein- und durchschlafen. Außerdem wird im Schlaf das Wachstumshormon ausgeschüttet, welches durch Schlafstörungen gehemmt wird. Diese Schlafstörungen werden oft durch unregelmäßige Schlafenszeiten hervorgerufen. Zudem ist bei Einhalten der regelmäßigen Schlafenszeiten die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind im Erwachsenenalter ebenfalls unter einem Schlafdefizit leidet, geringer. Man sollte die Schlafenszeiten auch im Urlaub einhalten, damit der Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes nicht aus dem Gleichgewicht gerät und der Körper sich daran gewöhnen kann. Die Schlafenszeit sollte dabei individuell auf das Kind angepasst werden. Desto früher sie die Zubettgehzeit festlegen, desto früher wird das Kind am nächsten Morgen erwachen.

Kleinkind lacht

Chronotyp

Die häufigste Ursache für frühes Erwachen ist jedoch der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes. Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass frühmorgendliches Aufwachen kein Problem sein muss, da viele Kinder ihr individuelles Schlafmuster bereits im jungen Alter ausprägen. Diese angeborene Schlaf-Wach-Präferenz wird als Chronotyp bezeichnet. Dieser beginnt sich ab dem 6. Lebensmonat zu entwickeln und richtet sich bis zum 5. Lebensjahr nach den Essgewohnheiten. Ab dem 5. Lebensjahr richtet sich dieser nach dem Licht-Dunkel-Wechsel. Auch wenn der Chronotyp genetisch festgelegt ist, verändert sich dieser mit dem Alter. Im Säuglingsalter beträgt die Schlafdauer ungefähr 16-18 Stunden am Tag. Im Kindesalter nimmt die Schlafdauer zwar ab, doch man ist weiterhin auf den gelegentlichen Mittagsschlaf angewiesen und wird in der Regel als früher Chronotyp definiert. In der Pubertät ändert sich das wieder und man steht später auf. Erst als Erwachsener kann man genau sagen, ob man ein Morgen- oder Abendtyp ist. Kleinkinder sind aber genetisch gesehen überwiegend Morgentypen. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass ihr Kind früh am Morgen schon wach ist.

Fazit

Ein Aufwachen am frühen Morgen kann verschiedene Ursachen haben. Wenn ihr Kind Mittagsschlaf macht, benötigt es in der Nacht automatisch weniger Schlaf und steht am Morgen dann automatisch früh auf. Wann das Kind den Mittagsschlaf nicht mehr benötigt, ist sehr individuell und man sollte hierbei auf das eigene Kind hören. Der Mittagsschlaf sollte weder entzogen noch aufgezwungen werden. Es könnte aber sein, dass das Kind unter Schlafstörungen leidet und deshalb zu früh aufsteht. Hierbei könnte man dem Kind helfen, besser ein- und durchzuschlafen, indem man beispielsweise die Zimmertemperatur auf maximal 21 °C stellt und es vor jedem Zubettgehen durchlüftet. Außerdem sollten alle elektronischen Geräte eine Stunde vor dem Schlafengehen weggenommen werden, da das Blaulicht die Melatoninproduktion hemmt und das Kind schwerer einschläft. Überdies ist es sehr wichtig, dass die Schlafenszeiten konstant bleiben, damit sich das Kind an den Schlaf-Wach-Rhythmus gewöhnen kann. In den meisten Fällen ist die Ursache des frühmorgendlichen Aufstehens der Chronotyp. Dieser ist angeboren und ändert sich mit dem Alter, weshalb Kleinkinder meist Morgentypen sind. Aus diesem Grund ist es nicht ungewöhnlich, dass ihr Kind bereits in den frühen Morgenstunden voller Energie ist.

Referenzen

  1. Conrad, Verfasst von Anna-Marie. “Schlafstörungen bei Kindern Wenn mein Kind nicht schlafen kann.” (2018).
  2. Kast-Zahn, Annette, and Hartmut Morgenroth. Jedes Kind kann schlafen lernen. Gräfe und Unzer, 2011.
  3. Illingworth, Ronald S., and Rupert Maria Kohl. “Schlafstörungen.” Unser Kind. Birkhäuser, Basel, 1990. 199-217.
  4. Reinhardt, Dietrich. “Schlafrhythmus etabliert sich schon früh.” Pädiatrie3 (2018): 11-11.
  5. Matricciani, Lisa, et al. “Children’s sleep and health: a meta-review.” Sleep medicine reviews46 (2019): 136-150.
  6. Parasomnien, Kindlichen. “Was Kindern den Schlaf raubt.” (2016).
  7. Falbe, Jennifer, et al. “Sleep duration, restfulness, and screens in the sleep environment.” Pediatrics2 (2015): e367-e375
  8. Roenneberg, Till. “What is chronotype?.” Sleep and biological rhythms2 (2012): 75-76.
  9. der Fachhochschule, F. H., et al. “Einfluss der abendlichen Nutzungsdauer von sozialen Medien auf den Schlaf-wach-Rhythmus von Jugendlichen.” (2018)
  10. Horton, John, and Peter Kraftl. “Time for bed! Children’s bedtime practices, routines and affects.” Contested bodies of childhood and youth. Palgrave Macmillan, London, 2010. 215-231.

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Über den Autor:

Jana Krüger
Jana ist eine wissensdurstige Texterin mit einem kürzlich erworbenen Bachelor in Germanistik, die sich auf medizinische Texte spezialisiert hat und in ihrer Freizeit gerne Yoga macht und lehrt.
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