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Schlaflos? – Ist der Mond schuld?

Dem Mond wird seit Menschengedenken eine mystische Macht zugeschrieben. Immerhin beeinflusst der Himmelskörper Ebbe und Flut. Viele Menschen sind daher der Überzeugung, dass der Mond auch auf uns einen weitreichenden Einfluss nimmt. Angeblich kommen bei Vollmond mehr Kinder zur Welt.

Auch das Aggressionspotenzial soll höher sein. Darüber hinaus klagen viele Menschen bei Vollmond über Schlaflosigkeit. Aber besitzt der Mond tatsächliche eine solche Macht? Oder ist all das ein Mythos, der aus Filmen und Büchern stammt?

Gute Nacht

Wirkt sich der Mond auf die Schlafqualität aus?

Vielleicht glaubst du, bei Vollmond schlechter zu schlafen. Mit dieser Annahme bist du nicht allein. In der Vergangenheit haben wissenschaftliche Untersuchungen keine besonders aussagekräftigen Ergebnisse zum Wahrheitsgehalt dieser Empfindungen geliefert.

Die österreichische Forschungsgruppe „Siesta-Group“ hat jedoch eine sorgfältig angelegte Studie über einen Zeitraum von sechs Jahren durchgeführt. Im Rahmen der Studie sollten sowohl Probanden mit Schlafstörungen sowie Probanden ohne diesbezügliche Beschwerden ein Schlaftagebuch führen, in welchem sie ihre Schlafdauer und Aufwachhäufigkeit notierten.

Die Aufzeichnungen der Probanden wurden dann den jeweils herrschenden Mondphasen zugeordnet und verglichen. Ein besonderer Fokus wurde auf die Schlafqualität während Vollmond und Neumond gelegt. Die Auswertungen ließen klar erkennen, dass die Schlafqualität nicht mit den Mondphasen zusammenhängt.

Die schlafgesunden Studienteilnehmer haben während Vollmond- oder Neumondphasen nicht schlechter geschlafen als sonst. Die Schlafqualität der Teilnehmer, die unter Schlafstörungen litten, haben keine weitere Verschlechterung bemerkt. Rund 30 % der Probanden gaben sogar an, während der Vollmondphase besonders erholsam geschlafen zu haben. Von rund 15 % der Teilnehmer wurden die Vollmondnächte als kritisch beschrieben. Dass aber wirklich der Mond die Ursache für die nächtlichen Unruhen war, bleibt anzuzweifeln.

Auch eine Zunahme von Albträumen in Vollmondnächten konnte nicht beobachtet werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in zahlreichen nord- und südeuropäischen Ländern bestätigt.

Mondsichel

Hält das Mondlicht wach?

Erst bei Dunkelheit schüttet der Körper das Schlafhormon Melatonin aus. Scheint der Mond ins Zimmer, erschwert dies manchmal das Einschlafen. Allerdings kann dieser Umstand eher auf psychische Überzeugungen zurückgeführt werden. Die Lichtstärke des Mondes ist zu gering, um tatsächlich auf die Hormonproduktion einzuwirken. Wenn du bei Vollmond nicht schlafen kannst, ist dies auf eine sich selbsterfüllende Prophezeiung zurückzuführen. Von daher: Dunkle dein Schlafzimmer gut ab und lasse in Vollmondnächten die Rollläden herunter.

Matthias Böhm

Matthias setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Menschen mit Informationen zu versorgen, die sie nutzen können, um sinnvolle Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen. Als wissenschaftlicher Autor hat er mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, Patient*innen, Betreur*innen und Fachleute mit qualitativ hochwertigen, faktenbasierten Informationen zu versorgen und diese zu verfassen. Wenn er nicht gerade schreibt, kocht Matthias gerne vegetarisch, wandert und schläft gerne aus.

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