Traum – nächtliches Kopfkino

Menschen, die nachts im Schlafe träumen, kennen ein Glück, das die Tageswelt nicht gewährt, eine stille Verzückung, ein Schweben, der Seele, das wie Honig auf der Zunge ist. Und sie wissen auch, dass die Wonne der Träume das Gefühl grenzenloser Freiheit ist. Es ist nicht die Freiheit des Tyrannen, der der Welt einen Willen aufdrängt, sondern die Freiheit des Künstlers, der keinen Willen hat, der frei von Willen ist.

Die Freude des wahren Träumers besteht nicht im Inhalt des Traumes, sondern in etwas anderem: darin, dass sich alles ohne sein Zutun ereignet und seiner Einwirkung völlig entzogen ist, Große Landschaften erschaffen sich selbst, weite herrliche Ausblicke, schwellende und zarte Farben, Straßen und Häuser, die er nie gesehen, von denen er nie gehört hat. Fremde Menschen treten auf und sind Freunde oder Feinde, obgleich der Träumende nie etwas mit ihnen zu schaffen gehabt hat. Die Vorstellungen des Fliegens und Dahinjagens kehren in Träumen immer wieder und sind nicht minder berauschend (…)

Und immer umfängt den Träumer das Gefühl der unermesslichen Freiheit und durchströmt ihn wie Luft und Licht als überirdische Seligkeit.

Aus: „Jenseits von Afrika“ von Tania Blixen

 

Unser Schlaf hat zwei Gesichter

Schlaf hat sichtbare körperliche Merkmale, die man sogar mit Messgeräten aufzeichnen kann. Es gibt aber auch eine Seite, bei der es mehr um Gedanken und Gefühle geht: die Träume. Auch wenn du schläfst, hörst du nicht auf, zu denken. Es sieht nur etwas anders aus. Dabei gibt es zwei Formen des Schlafes. Während des Tiefschlafs träumst du am wenigsten. Die wenigen Träume, die du trotzdem hast, kommen dir oft logischer vor als die anderen.

Wie sonderbar Träume manchmal gestaltet sind, fasziniert schon immer Menschen – vor allem Wissenschaftler. Der Psychologe Sigmund Freud glaubte Anfang des 20. Jahrhunderts, dass Träume für uns Wunscherfüller sind: Du träumst also von den Dingen, die du am Tag gerne ausleben würdest, obwohl du es nicht kannst. Diese Wünsche werden durch bestimmte Symbole zum Ausdruck gebracht.

Albträume hingegen sind in Freuds Vorstellung Zeichen für Dinge, vor denen du Angst hast oder für Probleme, die du noch nicht verarbeiten konntest. Es gibt deshalb auch zahlreiche Bücher, in denen du verallgemeinerte Erklärungen bestimmter Traumsymbole finden kannst. Allerdings geht es hier nicht wirklich um moderne Wissenschaft, sondern mehr um den Aberglauben.

Heute wissen Forscher, dass Träume vor allem drei wichtige Aufgaben haben. Einerseits sind sie dafür da, dein Gehirn „aufzuräumen“ und es neu zu organisieren. Wichtig wird von unwichtig getrennt. Außerdem verarbeitest du durch den Traum Erlebnisse, die dich am vergangenen Tag belastet haben, indem du schöne Ereignisse nachholst oder eine Strategie zum Lösen des Problemes entwickelst. Das Träumen ist also vor allem für eines da: um dir zu helfen.
 

Lernen im Schlaf
Mehr zu diesem Thema erfährst du im Ratgeber „Lernen im Schlaf“

 

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Schlafpnoe & Potenzverlust

Eine Schlafapnoe kann einen negativen Einfluss auf die Potenz haben. Mehr erfährst du im Ratger „Schlafapnoe“

 

Unsere Leseempfehlungen

  • Warum träumen wir?
  • Wer sind wir nachts? (Katharina Zimmer)
  • Schlaf & Traum: Neurobiologie, Psychologie, Therapie (Michael Wiegand)
  • Antike Traumdeutung und moderne Traumforschung (Christine Walde)
  • Therapeutisches Arbeiten mit Träumen: Theorie und Praxis (Klaus-Uwe Adam)