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  • Schlaftipps für den Schulanfang
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Kind schläft im Bett

Unter einem Schlaftraining versteht man bestimmte Methoden, die dem Kind dabei helfen sollen, besser ein- und durchzuschlafen. Dabei unterscheidet man hauptsächlich zwischen der Cry-It-Out-Methode und der Pick-Up-Put-Down-Methode. Beide funktionieren gleichermaßen gut, doch nicht auf Anhieb. Manche Kinder brauchen länger, um sich an das Schlaftraining zu gewöhnen und die Eltern beginnen dann an der bestimmten Methode zu zweifeln. Das Schlaftraining kann aber nur dann funktionieren und schnell bei dem Kind anschlagen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.

Erfahre hier, worauf du achten solltest, wenn du Erfolge beim Schlaftraining erzielen möchtest:

1.Feste Schlafenszeiten

Kinder beginnen bereits ab dem 3. Lebensmonat ihren Schlafrhythmus zu entwickeln und mit einem Jahr können sie bereits bis zu 8 Stunden in der Nacht durchschlafen. Du solltest frühestens ab dem 3. Lebensmonat mit dem Schlaftraining anfangen und es bis ins Kleinkindalter beibehalten. Dabei ist es jedoch enorm wichtig, dass du konstante Schlafenszeiten hast. Wenn du dein Kind jeden Abend zu einer unterschiedlichen Uhrzeit ins Bett legst, kann sich der zirkadiane Rhythmus des Kindes nicht vollständig entwickeln und es wird ihm zudem sehr schwerfallen, sich an die Schlafenszeiten zu gewöhnen. Es empfiehlt sich, das Kind zwischen 7 und 8 Uhr ins Bett zu bringen, damit es lernt, schlafen zu gehen, wenn es draußen dunkel wird.

2.Licht

Seit der Erfindung des künstlichen Lichts wird der Schlaf-Wach-Rhythmus sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern enorm beeinflusst. Heutzutage sitzen viele Kleinkinder täglich mehrere Stunden vor dem Fernseher, Tablet oder Laptop. Durch das blaue Licht wird dem Körper vorgegaukelt, dass es noch Tag sei, wodurch die Melatoninproduktion gehemmt und der Wachzustand hinausgezögert wird. Wenn du vermeiden möchtest, dass dein Kind Probleme beim Einschlafen hat, solltest du ihm alle elektronischen Geräte mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen entziehen. Im Idealfall befinden sich keine elektronischen Geräte in dem Kinderzimmer, damit es nicht in Versuchung kommt diese benutzen, wenn du das Zimmer verlässt.

Wenn dein Kind noch Mittagsschlaf macht, sollte auch hier das Zimmer abgedunkelt werden, damit kein Tageslicht in das Zimmer gelangt. Wenn keine Dunkelheit herrscht, hemmt der Körper wie beim Blaulicht das Melatonin und das Kind kann nicht zur Ruhe kommen. Zudem wird Cortisol und Adrenalin ausgestoßen, was Stress produziert und dem Kind das Einschlafen nochmals erschwert. Das Abdunkeln des Zimmers gilt auch am Abend. Auch wenn es draußen dunkel ist, können grelle Lampen im Zimmer die Augen des Kindes überstrapazieren und wachhalten. Es empfiehlt sich daher, das Licht im Zimmer eine Stunde vor dem Schlafengehen auf ein Minimum zu reduzieren. Hierbei kann eine Nachttischlampe mit einem warmen Licht Wunder bewirken. Dadurch kannst du deinem Kind eine gute Nacht Geschichte vorlesen, ohne Angst zu haben, dass das Melatonin in seinem Körper gehemmt wird.

3. Eine optimale Schlafumgebung

Wenn dein Kind sich in seinen eigenen vier Wänden nicht wohlfühlt, wird das Schlaftraining auch nicht viel Wirkung zeigen. Daher solltest du das Kinderzimmer für deinen Liebling so angenehm wie möglich machen. Das Bett und das richtige Zubehör wie Matratze, Bettwäsche und Platzierung spielen wohl die wichtigste Rolle für besseres ein- und durchschlafen. Es sollte möglichst einfach gehalten werden, um für mehr Sicherheit während des Schlafs zu sorgen. Beispielsweise sollte kein Bücherregal an der Wand hängen, woran sich das Kind beim Aufstehen stoßen kann. Das Bett sollte außerdem genügend Abstand zur Heizung, Tür und Fenster haben. Die Matratze sollte nicht zu weich sein und die Bettwäsche möglichst nicht aus Mikrofaser oder Polyester sein, da diese die sensible Kinderhaut im Schlaf durch Reibung irritieren kann. Das Lieblingskuscheltier kann jedoch mit im Bett schlafen, da dieses bei vielen Kindern ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, wodurch das Kind entspannter wird und besser schlafen kann.

Auf eine zu hohe Raumtemperatur solltest du verzichten, da sich das negativ auf die Schlafqualität auswirken kann. Vor allem im Winter wird die Heizung gerne mal aufgedreht, damit man es kuschelig warm hat. Doch wenn es im Zimmer zu warm ist, kann der Körper seine Kerntemperatur und seine Systeme nicht herunterfahren und somit auch nicht in den Ruhemodus gelangen. Bei einem erholsamen Schlaf spielt auch Sauerstoff eine wichtige Rolle, weshalb man vor dem Zubettgehen das Zimmer des Kindes für mindestens 10 Minuten lüften sollte, wenn man bei offenem Fenster nicht schlafen kann. Die Zimmertemperatur sollte im Idealfall zwischen 16 °C und 21 °C haben.

4. Die richtigen Rituale vor dem Zubettgehen

Es ist keine Seltenheit, dass Kinder oft nicht schlafen wollen, weil sie einfach zu viel Energie am Abend haben. Dabei können Abendrituale behilflich sein, damit das Kind vor dem Schlafengehen müde wird. Zum einen spielt Ernährung eine entscheidende Rolle. Du solltest deinem Kind keine schweren Mahlzeiten kurz vor dem Schlaf geben, da der Körper nicht genug Zeit hat, alles zu verdauen. Damit der Organismus zur Ruhe kommen kann, solltest du leichte Kost am Abend servieren. Wenn du doch mal eine schwere Mahlzeit zubereitet hast, sollte diese vier Stunden vor dem Zubettgehen gegessen werden. Überdies sollte man alle zuckerhaltigen Getränke oder Snacks meiden, da diese den Körper ebenfalls wachhalten. Wenn du dein Kind auspowern möchtest, können Spiele mit viel Bewegung helfen. Diese sollten ebenfalls nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen gespielt werden, da dies dein Kind nur noch aktiver machen wird. Am besten ist es, wenn du es um die Mittagszeit herummachst und das Spielen mit einer ruhigen Aktivität beendest, damit sich das Kind entspannen kann. Du kannst ihm beispielsweise etwas vorlesen oder eine eigene Geschichte vor dem Zubettgehen erzählen. Ein weiteres Wundermittel zur Entspannung ist ein warmes Bad. Die Wärme hat eine beruhigende Wirkung auf das Kind und lässt es am Abend besser einschlafen. Für welches Ritual du dich auch entscheidest, es ist lediglich wichtig, dass dein Kind mindestens eine Stunde vor der Schlafenszeit zur Ruhe kommen kann.

5. Die gewählte Methode beibehalten

Jedes Kind ist individuell und selbst wenn du alle Voraussetzungen erfüllst, kann es durchaus sein, dass dein Kind anstatt einer Woche einen Monat benötigt, bis du Erfolge sehen kannst. Es ist daher sehr wichtig, dass du die Methode, für die du dich entschieden hast, beibehältst. In der Regel kann man sowohl bei der Cry-It-Out-Methode als auch bei der Pick-Up-Put-Down-Methode die ersten Erfolge nach bereits einer Woche sehen. Man sollte jedoch nicht direkt verzweifeln, wenn dies nicht der Fall ist. Jedes Kind ist individuell und benötigt unterschiedlich viel Zeit, um sich an das Schlaftraining zu gewöhnen. Es ist jedoch enorm wichtig, dass du, nachdem du dich für eine Methode entschieden hast, diese auch nicht mehr wechselst. Wenn im Training keine Konstanz vorherrscht, wird das Kind dadurch nur verwirrt und das Einschlafen nur noch mehr erschwert. Gib nicht direkt nach ein paar Tagen auf, die Ergebnisse werden sich früher oder später zeigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Ab welchem Alter sollte man mit dem Schlaftraining beginnen?

Der Schlafrhythmus beginnt sich beim Kind ab dem 3. Lebensmonat zu entwickeln, weshalb das Schlaftraining ab diesem Zeitpunkt angefangen werden kann. In diesem Alter beginnen die meisten Kinder auch nachts länger durchzuschlafen. Hierbei ist jedoch jedes Kind unterschiedlich, weshalb du dein Kind einfach beobachten solltest, um festzustellen, wann es bereit ist.

Womit können Kleinkinder das Schlafen meistern?

Wenn du möchtest, dass dein Kind lernt, besser zu schlafen, solltest Rituale du vor dem Zubettgehen einführen. Das Kind fühlt sich dadurch entspannter und weiß, wann es Zeit wird, ins Bett zu gehen.

Was genau wird beim Schlaftraining gemacht?

Das Schlaftraining soll dem Kind beibringen, selbstständig einzuschlafen. Auch wenn es in der Nacht wach wird, wird es lernen, von allein wieder zur Ruhe zu kommen und ohne die Hilfe der Eltern einzuschlafen.

Wie lernen Kinder ohne Eltern einzuschlafen?

Hierfür ist die Cry-It-Out-Methode, auch Ferber-Methode genannt, gut geeignet. Hierbei verlässt man das Zimmer für einige Minuten, bevor man es wieder betritt und das Kind mit der bloßen Anwesenheit tröstet. Man kann den Zeitabstand jeden Tag ein wenig erhöhen und den Prozess so lange fortführen, bis das Kind lernt, von allein einzuschlafen.

Wie warm sollte der Raum, in dem das Kind schläft, sein?

Damit dein Kind keine Einschlafprobleme bekommt, sollte die Raumtemperatur zwischen 16 °C und 20 °C betragen. Es ist auch zu empfehlen, den Raum vor dem Schlafengehen durchzulüften.

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Über den Autor:

Jana Krüger
Jana ist eine wissensdurstige Texterin mit einem kürzlich erworbenen Bachelor in Germanistik, die sich auf medizinische Texte spezialisiert hat und in ihrer Freizeit gerne Yoga macht und lehrt.
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