Wie schlafen Pferde? Grundlagen und Besonderheiten
Pferde ruhen mehrmals täglich in kurzen Phasen, wechseln ihre Positionen und bleiben dabei stets aufmerksam.
Sie passen ihr Ruheverhalten an Umgebung, Sicherheit und Körperzustand an, was sich in ihren Schlafposen, Schlafmustern und der besonderen Anpassung als Fluchttiere zeigt.
Schlafpositionen: Stehen und Liegen
Du erkennst schlafende Pferde meist an ihrer gelockerten Körperhaltung und hängenden Unterlippe. Sie können im Stehen schlafen, weil sie mit dem sogenannten Stützapparat ihre Gelenke so fixieren, dass die Muskeln kaum Energie verbrauchen. Dieses Haltesystem verhindert das Umfallen und ermöglicht kurze Ruhephasen ohne komplettes Ablegen.
Für die Tiefschlaf- und REM-Phasen legen sich Pferde jedoch hin. In der Brustlage ruhen sie halb aufgerichtet, während die Seitenlage vollständige Entspannung erlaubt. Nur in dieser Position erreichen sie den REM-Schlaf, in dem das Gehirn aktiv ist und Muskelregeneration stattfindet.
Junge Pferde liegen häufiger, weil ihr Körper mehr Erholung benötigt. Alte oder kranke Pferde hingegen vermeiden das Liegen, wenn das Aufstehen schmerzhaft ist. Saubere, trockene Flächen fördern daher ihr Ruheverhalten, wie bei Wikipedia [1] zum Schlafverhalten von Pferden beschrieben.
Schlafverhalten als Fluchttier
Da Pferde Fluchttiere sind, behalten sie auch im Schlaf ihre Umgebung im Blick. Sie schlafen nie alle gleichzeitig, sondern wechseln sich ab – eines bleibt wach und beobachtet. Dieses Verhalten sichert die Herde gegen mögliche Bedrohungen.
Du bemerkst ihre Wachsamkeit an den stets beweglichen Ohren. Selbst in Ruhephasen reagieren sie sofort auf Geräusche. Freilebende Pferde wählen erhöhte Liegeplätze mit guter Rundumsicht, um Feinde früh zu erkennen. Diese Vorsicht prägt ihr gesamtes Ruheverhalten.
Wenn Pferde sich unwohl fühlen oder keinen sicheren Platz haben, vermeiden sie den Tiefschlaf. Dauerhafter Schlafmangel kann zu Erschöpfung oder Störungen wie plötzliches Wegsacken führen, was bei ungestörtem Schlaf wieder verschwindet.
Schlafmuster und Etappenschlaf
Pferde sind Etappenschläfer. Sie schlafen polyphasisch, also in mehreren kurzen Phasen über 24 Stunden verteilt. Auf den Tag bezogen verbringen sie rund sieben Stunden mit Ruhen, davon etwa drei Stunden im Tiefschlaf.
Diese Schlafphasen bestehen aus Dösen, SWS-Schlaf (Tiefschlaf) und REM-Schlaf. Während des Dösens – meist im Stehen – entspannen sie nur leicht. Im SWS-Schlaf verlangsamen sich Atmung und Herzschlag, das Pferd bleibt aber reaktionsfähig. Erst in der REM-Phase kommt vollständige Entspannung, die nur im Liegen möglich ist.
Wie Pferde Gold [2] erklärt, variiert die Gesamtdauer je nach Futterqualität, Herdengröße und individueller Verfassung. Günstige Bedingungen fördern tieferen Schlaf und damit die Erholung des Bewegungsapparats.
Die Schlafphasen bei Pferden
Pferde durchlaufen mehrere klar unterscheidbare Schlafphasen, die ihren Erholungsprozess sichern und sich im Wechsel von Wach- und Ruhezuständen zeigen.
Jede Phase erfüllt eine bestimmte Funktion, die von körperlicher Regeneration bis zur geistigen Verarbeitung von Reizen reicht.
Dösen: Die Vorstufe des Schlafs
Beim Dösen befindet sich dein Pferd in einem Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Es entspannt sich, bleibt aber aufmerksam. In dieser Phase stehen Pferde meist, gestützt durch das sogenannte Stützapparat-System ihrer Beine. Dadurch können sie mit minimalem Energieaufwand ruhen und bei Bedarf sofort aufstehen.
Die Augen sind oft halb geschlossen, die Ohren bewegen sich weiterhin leicht, um Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Atemfrequenz und Herzschlag verlangsamen sich leicht, doch völlige Entspannung tritt nicht ein.
Typischerweise nimmt das Dösen den größten Teil der täglichen Ruhezeit ein – rund 2 bis 4 Stunden pro Tag, verteilt auf viele kurze Intervalle. Laut wehorse.com [3] dient diese Phase als „Wachsamkeitsschlaf“ und ermöglicht es dem Pferd, Balance zwischen Erholung und Reaktionsfähigkeit zu halten.
SWS-Schlaf (Slow-Wave-Sleep): Leichter Tiefschlaf
Im SWS-Schlaf, auch Slow-Wave-Sleep genannt, regeneriert dein Pferd körperlich. In dieser Phase sinken Herzfrequenz, Atemrhythmus und Körpertemperatur deutlich. Das Gehirn zeigt langsame Wellenaktivität, während die Muskeln weitgehend entspannt bleiben.
Viele Pferde können diese Phase noch im Stehen durchlaufen, doch der tiefere Abschnitt des SWS-Schlafs erfolgt meist im Liegen. Diese Position ermöglicht eine vollständige Muskelentspannung und trägt zur physischen Erholung bei.
Der TIEFSchlaf macht den größten Anteil des Schlafzyklus aus. Untersuchungen im Wikipedia-Artikel [1] zum Schlafverhalten von Pferden zeigen, dass etwa 13 % des Tages dieser Erholungsphase gewidmet sind. Sie ist entscheidend für das Immunsystem, die Gewebereparatur und die körperliche Fitness deines Pferdes.
REM-Schlaf (Rapid Eye Movement): Tiefer Erholungsschlaf
Der REM-Schlaf, auch Rapid Eye Movement-Schlaf oder „Traumschlaf“, betrifft die mentale Erholung deines Pferdes. Während dieser Phase bewegen sich die Augen schnell unter geschlossenen Lidern, das Gehirn zeigt eine Aktivität ähnlich des Wachzustands, während die Muskeln nahezu völlig entspannt sind.
Pferde müssen für den REM-Schlaf liegen, häufig in Seitenlage. Nur in dieser Haltung können sie die vollständige Muskelentspannung erreichen, die für diesen Zustand erforderlich ist. Dadurch schlafen sie besonders verwundbar, was sie nur in sicherer Umgebung zulassen.
Laut ratgeber.pferde-freund.de [4] zeigt dein Pferd in dieser kurzen, aber wichtigen Phase Traumaktivität und verarbeitet Informationen aus dem Alltag. Der REM-Schlaf fördert Gedächtnisbildung, emotionale Ausgeglichenheit und Aufmerksamkeit im Wachzustand.
Wie lange schlafen Pferde? Schlafdauer und Einflussfaktoren
Pferde schlafen anders als Menschen: Sie nehmen ihren Schlaf in kurzen Abschnitten und bleiben dabei oft im Stehen. Die tatsächliche Schlafdauer hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere von Alter, Gesundheit und Haltungsbedingungen.
Tägliche Schlafdauer und Ruhezeiten
Erwachsene Pferde schlafen täglich etwa drei Stunden, verteilt auf viele kurze Phasen über Tag und Nacht. Zusätzlich dösen sie weitere drei bis vier Stunden, häufig im Stehen. Insgesamt verbringen sie also rund ein Viertel des Tages in Ruhe. Laut Wikipedia [1] ruhen sie durchschnittlich sieben Stunden, wobei etwa 13 % des Tages Tiefschlaf (SWS) und rund 4 % REM-Schlaf sind.
Die drei Schlafphasen des Pferdes sind Dösen, Tiefschlaf (SWS) und Traumschlaf (REM). Nur die REM-Phase erreicht ein Pferd im Liegen, typischerweise in Seitenlage. Während des Dösens kann es im Stehen schlafen, da es über eine spezielle “Stay Apparatus”–Mechanik verfügt, die das Gewicht auf den Beinen fixiert. Dadurch bleibt das Tier jederzeit fluchtbereit.
Kurze Schlafzyklen von 30 bis 40 Minuten sind normal, selten überschreiten sie eine Stunde. Lange, durchgehende Liegephasen kommen nur bei völliger Ruhe und Sicherheit vor. Unruhe, Lärm oder unpassender Untergrund verringern die Gesamtschlafdauer deutlich.
Einfluss von Alter, Gesundheit und Umgebung
Jüngere Pferde benötigen mehr Schlaf. Fohlen ruhen bis zu acht Stunden täglich und schlafen regelmäßig tief in der Seitenlage. Mit zunehmendem Alter verkürzt sich diese Zeit deutlich. Alte Pferde vermeiden das Hinlegen häufig, wenn Gelenkprobleme oder Schmerzen das Aufstehen erschweren.
Deine Haltung spielt eine entscheidende Rolle. Eine saubere, trockene Liegefläche und genügend Platz unterstützen das Liegeverhalten. Laut ehorses.de [5] verlängern eine sichere Umgebung und gute Futterqualität die Ruhephasen. Dagegen führen beengte Boxen, Lärm oder unruhige Herden zu Schlafstörungen.
Ein angemessenes Lichtmanagement ist wichtig. Pferde folgen ihrem tageszeitlichen Rhythmus; künstliche Beleuchtung kann diesen empfindlich stören. Ein gleichmäßiger Tagesablauf hilft deinem Pferd, regelmäßig zu ruhen und sich schneller zu erholen.
Auswirkungen von Schlafmangel
Wenn ein Pferd sich nicht ablegt, verpasst es den REM-Schlaf. Dieser Mangel kann zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Muskelerschlaffung führen. In schweren Fällen kommt es zu plötzlichem Umfallen im Stehen, einer Folge von übermäßiger Erschöpfung. Studien zeigen, dass Pferde mit Schlafdefizit gelegentlich narkoleptische Symptome entwickeln, wie sie auch bei übermüdeten Tieren in Beobachtungen an der TU München beschrieben wurden.
Unzureichender Schlaf beeinträchtigt nicht nur die körperliche Erholung, sondern auch die mentale Stabilität und Reaktionsfähigkeit. Pferde mit dauerhaft gestörter Ruhe wirken oft reizbarer und nervöser. Du solltest daher regelmäßig prüfen, ob dein Pferd sich abgelegt hat und ausreichend entspannt wirkt.
Eine ruhige, sichere und strukturierte Umgebung ist die beste Vorbeugung gegen Schlafmangel. Achte auf passende Liegebedingungen, gutes Futter und eine stabile soziale Struktur in der Herde, damit dein Pferd genug Schlaf bekommt.
Physiologische Mechanismen und Anpassungen
Pferde besitzen besondere anatomische und neurologische Anpassungen, die es ihnen ermöglichen, auch im Stehen zu ruhen und dennoch fluchtbereit zu bleiben. Dabei spielen muskuläre Steuerung, Gelenkmechanismen und Körperhaltung eine entscheidende Rolle für Sicherheit und Energieeffizienz.
Spannsägenkonstruktion: Sicherer Stand beim Schlafen
Die Spannsägenkonstruktion ist ein einzigartiger Haltemechanismus in den Beinen des Pferdes. Sie erlaubt es dir als Tierhalter zu beobachten, wie ein Pferd im Stehen döst, ohne umzufallen. Dieses System verriegelt unter anderem das Knie- und Sprunggelenk, sodass die Muskulatur kaum aktiv bleiben muss.
Im vorderen Bein blockiert sich das Kniegelenk automatisch, wenn das Pferd das Gewicht auf dieses Bein verlagert. Dadurch kann es stehen, ohne Muskelkraft aufzuwenden. In den Hinterbeinen sorgt eine elastische Sehnenverbindung zwischen Gelenken und Muskeln dafür, dass das Bein stabil bleibt.
Diese Konstruktion verhindert Ermüdung und ermöglicht kurze Ruhephasen, die über den Tag verteilt stattfinden. Laut dem Beitrag zum Schlafverhalten von Pferden [1] wechseln Pferde dabei das belastete Hinterbein regelmäßig, etwa alle vier bis fünf Minuten. So bleibt die Durchblutung erhalten und das Tier jederzeit startbereit zur Flucht.
Muskulatur und Körpersprache während des Schlafs
Während eine Muskelentspannung den Tiefschlaf erleichtert, zeigt die Körpersprache eines Pferdes eindeutig, in welcher Ruhephase es sich gerade befindet. Schläft dein Pferd im Stehen, lässt es Kopf und Hals leicht sinken, die Unterlippe hängt locker, und die Ohren bewegen sich nur minimal.
Im Liegen, etwa in Brustlage, werden die Rumpfmuskeln entlastet, während die Atmung flacher wird. Erst wenn sich das Pferd seitlich ablegt, erreicht es den REM-Schlaf, bei dem seine Muskeln vollständig entspannen. In dieser Phase treten häufig Zuckungen in Beinen oder Augenlidern auf.
Die Haltung deines Pferdes verrät also viel über seine Schlafqualität. Beobachtest du häufiges Dösen im Stehen, aber seltenes Liegen, kann das auf Unsicherheit oder mangelnden Komfort im Stall hinweisen, wie auch auf Wehorse [3] erklärt.



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