Welche Schlafpositionen bei Rückenschmerzen am besten sind
Die richtige Schlafhaltung kann Rückenschmerzen lindern, indem sie die Wirbelsäule entlastet und Muskelspannungen reduziert.

Entscheidend sind eine stabile Lagerung, eine neutrale Ausrichtung der Wirbelsäule und eine Schlafposition, die zu deinem Körper passt.
Rückenlage: Vorteile und Empfehlungen
Als Rückenschläfer profitierst du von einer gleichmäßigen Druckverteilung. In der Rückenlage bleibt die Wirbelsäule meist in einer neutralen Position, was die Belastung auf Bandscheiben und Muskulatur reduziert.
Lege ein flaches Kissen unter deinen Kopf, sodass Nacken und Brustwirbelsäule nicht nach vorne kippen. Ein zusätzliches Kissen oder eine zusammengerollte Decke unter den Knien kann den unteren Rücken spürbar entlasten.
Diese Schlafposition eignet sich besonders, wenn du morgens mit steifem unteren Rücken aufwachst. Viele medizinische Empfehlungen nennen die Rückenlage als eine der Optionen, um Rückenschmerzen zu lindern, etwa bei Rückenlage mit angehobenen Knien [1].
Seitenlage: Optimale Ausrichtung der Wirbelsäule
Die Seitenlage zählt für viele Experten zur besten Schlafposition bei Rückenschmerzen. Als Seitenschläfer hältst du die natürliche Krümmung der Wirbelsäule leichter aufrecht, wenn Schultern und Becken gut einsinken.
Achte darauf, die Beine nur leicht anzuwinkeln und nicht stark einzurollen. Ein festes Kissen zwischen den Knien verhindert ein Verdrehen des Beckens und stabilisiert die Schlafhaltung.
Wichtig bleibt eine Matratze, die punktelastisch reagiert und besonders Schultern sowie Hüfte unterstützt. Genau diese Kombination gilt als zentral, um die Wirbelsäule in Seitenlage zu entlasten und Schmerzen zu reduzieren, wie bei der Seitenlage zur Entlastung der Wirbelkörper [2] beschrieben.
Bauchlage: Risiken und Alternativen
Die Bauchlage gilt als ungünstigste Schlafposition bei Rückenschmerzen. Als Bauchschläfer überstreckst du häufig den unteren Rücken, während sich der Kopf stark zur Seite dreht.
Diese Haltung belastet die Lendenwirbelsäule und kann Nackenverspannungen verstärken. Auch ein sehr flaches Kissen ändert daran nur wenig.
Wenn du die Bauchlage nicht sofort vermeiden kannst, lege ein dünnes Kissen unter dein Becken. Langfristig empfiehlt es sich jedoch, schrittweise zur Seitenlage zu wechseln. Viele Ratgeber warnen davor, dass die Bauchlage Rückenschmerzen begünstigt und nennen sie als problematischste der gängigen Schlafpositionen, etwa in der Einordnung der Bauchlage bei Rückenschmerzen [3].
Gezielte Unterstützung: Kissen und Matratze
Mit gezielt platzierten Kissen und einer passenden Matratze hältst du deine Wirbelsäule in einer neutralen Position.

Das reduziert Druckpunkte, stabilisiert den Nacken und verteilt dein Körpergewicht gleichmäßiger.
Kissen unter den Knien und zwischen den Knien
Ein Kissen unter den Knien entlastet den unteren Rücken, wenn du auf dem Rücken schläfst. Es flacht das Hohlkreuz ab und unterstützt die natürliche Krümmung. Diese Position ergänzt die Rückenlage, die als besonders rückenfreundlich gilt, wie bei der rückenschonenden Schlafposition in Rückenlage [4] beschrieben.
Schläfst du auf der Seite, stabilisiert ein Kissen zwischen den Knien Becken und Lendenwirbelsäule. Ein Kniekissen oder Seitenschläferkissen verhindert das Verdrehen der Hüfte. Achte auf mittlere Festigkeit, damit das Kissen die Beine trennt, ohne Druck aufzubauen.
Praxis-Tipps
- Rückenlage: Kissen so platzieren, dass die Knie leicht gebeugt bleiben.
- Seitenlage: Kissen von Knie bis Oberschenkel führen.
- Höhe an Beinlänge anpassen, nicht an Matratzenhärte.
Kopfkissen und Nackenstützkissen
Dein Kopfkissen bestimmt die Ausrichtung von Kopf und Hals. Es sollte den Abstand zwischen Matratze und Kopf ausgleichen, ohne den Nacken zu überstrecken. In der Rückenlage reicht oft ein flacheres Kissen; in der Seitenlage brauchst du mehr Höhe.
Ein Nackenkissen oder Nackenstützkissen stützt die Halslordose gezielt. Modelle mit konturierter Form halten den Kopf stabil, während die Schultern einsinken. Das hilft, den Nacken ruhig zu lagern und die Wirbelsäule zu unterstützen.
Checkliste
- Seitenlage: Kissenhöhe ≈ Schulterbreite.
- Rückenlage: leichte Mulde für den Hinterkopf.
- Material: formstabil, atmungsaktiv, nicht zu weich.
Die richtige Matratze und Härtegrad
Die richtige Matratze reagiert punktelastisch auf Schultern und Becken und trägt den Rumpf gleichmäßig. Das verhindert Hängematteneffekte und stützt die Wirbelsäule in jeder Lage. Eine Matratze sollte weder zu weich noch zu hart sein, wie die Empfehlungen zu einer angepassten, punktelastischen Matratze zeigen: Matratze passend zum Körpergewicht wählen [2].
Der Härtegrad richtet sich nach Körpergewicht und Schlafposition. Seitenschläfer profitieren von etwas weicherer Schulterzone, Rückenschläfer von stabiler Lendenstütze. Ergänzend können Topper und Kissen die Feinabstimmung verbessern, wie bei der Auswahl einer Matratze bei Rückenschmerzen [5] erläutert wird.
Orientierung
- Leicht bis mittel: H2–H3 für die Seitenlage.
- Mittel bis fest: H3–H4 für Rückenlage.
- Probeliegen in deiner Schlafposition einplanen.
Schlafposition bei speziellen Rückenbeschwerden
Bei bestimmten Rückenbeschwerden entscheidet die Schlafposition stärker über Schmerzverlauf und Erholung. Kleine Anpassungen mit Kissen, Matratzenhärte und Körperausrichtung entlasten gezielt Bandscheiben, Muskeln und Gelenke.
Bandscheibenvorfall: Was beachten?
Bei einem Bandscheibenvorfall entlastet eine stabile Wirbelsäulenposition den Druck auf die Bandscheiben. Du schläfst meist am ruhigsten in Rückenlage, wenn du ein flaches Kissen oder eine gerollte Decke unter die Knie legst. Diese Haltung reduziert das Hohlkreuz und beruhigt die Lendenwirbelsäule, wie bei der empfohlenen Rückenlage bei Bandscheibenvorfall [1] beschrieben.
Die Seitenlage eignet sich ebenfalls, wenn du ein festes Kissen zwischen die Knie legst. Achte darauf, dass Becken und Schultern übereinander bleiben. Vermeide die Bauchlage, da sie den Nacken überdreht und den unteren Rücken komprimiert.
Hohlkreuz und Skoliose: Anpassungen im Schlaf
Bei Hohlkreuz (Hyperlordose) hilft es, die Lendenwirbelsäule nachts leicht zu stützen. In Rückenlage platzierst du ein kleines Kissen unter den Knien, um die Lordose abzuflachen. In der Seitenlage füllst du den Raum zwischen Taille und Matratze mit einem dünnen Kissen.
Bei Skoliose ist Symmetrie entscheidend. Die Seitenlage entlastet die Wirbelkörper, wenn Kopf, Brustkorb und Becken eine Linie bilden. Fachportale empfehlen diese Haltung als besonders rückenfreundlich, da sie die Wirbelsäule gleichmäßig unterstützt, wie bei der empfohlenen Seitenlage bei Rückenschmerzen [6]. Wechsle regelmäßig die Seite, um einseitige Belastungen zu vermeiden.
Verspannungen und muskuläre Dysbalancen
Verspannungen und muskuläre Dysbalancen reagieren sensibel auf nächtliche Fehlhaltungen. Eine neutrale Schlafposition reduziert Dauerspannung in Nacken, Rücken und Gesäß. Besonders beim Piriformis-Syndrom entlastet die Seitenlage mit leicht angewinkelten Beinen und einem Kissen zwischen den Knien den Ischiasverlauf.
Achte auf eine mittelfeste Matratze, damit Muskeln nicht dauerhaft gegen Einsinken arbeiten müssen. Ein zu hohes Kopfkissen verstärkt Schulter- und Nackenverspannungen. Ziel bleibt, deine Rückenbeschwerden nicht zu provozieren, sondern den Muskeln echte Entspannung über mehrere Stunden zu ermöglichen.
Tipps für einen gesunden und erholsamen Schlaf
Du verbesserst deine Schlafqualität, wenn du Schlafhygiene, Schlafumgebung und Körperhaltung gezielt steuerst. Auch der Umgang mit wechselnden Schlafpositionen sowie Beschwerden wie Schnarchen oder Reflux beeinflusst, wie erholt dein Rücken am Morgen ist.
Schlafhygiene und Schlafumgebung optimieren
Eine stabile Schlafhygiene unterstützt gesunden Schlaf und entlastet den Rücken über Nacht. Du profitierst von festen Schlafenszeiten, selbst am Wochenende, weil dein Körper dadurch einen verlässlichen Rhythmus aufbaut.
Achte auf eine ruhige, dunkle und gut gelüftete Schlafumgebung. Eine Raumtemperatur von etwa 16–18 °C fördert tiefen Schlaf. Vermeide Bildschirmlicht in der letzten Stunde vor dem Zubettgehen, da es die Melatoninproduktion hemmt.
Matratze und Kissen müssen zu deiner Schlafposition passen. In der Seitenlage sollten Schulter und Hüfte einsinken, während die Wirbelsäule gerade bleibt. Ein Orthopäde empfiehlt oft, Kissen regelmäßig zu prüfen, da ihre Stützkraft mit der Zeit nachlässt.
Wechselnde Schlafpositionen und Schlafexperten-Tipps
Du musst nicht starr in einer einzigen Position schlafen. Wechselnde Schlafpositionen entlasten Druckpunkte, solange du rückenfreundliche Varianten nutzt. Seiten- und Rückenlage gelten bei Rückenschmerzen als die stabilsten Optionen.
Schlafexperten raten, Positionswechsel bewusst zu unterstützen. Lagerungskissen zwischen den Knien oder unter den Knien in Rückenlage halten die Wirbelsäule in Neutralstellung. Das reduziert nächtliche Fehlhaltungen.
Wenn du häufig in die Bauchlage drehst, hilft eine leichte Barriere aus Kissen. Sie begrenzt unbewusste Bewegungen, ohne den Schlaf zu stören. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du Rücksprache mit einem Orthopäden halten, um strukturelle Ursachen abzuklären.
Zusätzliche Faktoren: Schnarchen, Reflux & Verdauung
Rückenschmerzen stehen oft im Zusammenhang mit Atmung und Verdauung. Schnarchen und Schlafapnoe verschlechtern die Schlafqualität und führen zu häufigem Umlagern. Die Seitenlage hält die Atemwege offener als die Rückenlage.
Bei Sodbrennen und Reflux schläfst du besser auf der linken Seite. Diese Position verhindert, dass Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfließt. Ein leicht erhöhtes Kopfteil kann zusätzlich helfen.
Auch deine Verdauung beeinflusst den Schlaf. Iss abends leichte Mahlzeiten und halte mindestens 2–3 Stunden Abstand zum Zubettgehen. So vermeidest du Druck im Bauchraum, der Rücken und Schlaf unnötig belastet.



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