Wie Schlafen Tiere?

Wie Schlafen Tiere? | 2026

Letztes Update am: 19.01.2026 Lesedauer: 7 Min.

Wenn du dich fragst, ob Tiere ähnlich schlafen wie Menschen, wirst du schnell merken, wie vielfältig ihre Ruhestrategien sind. Alle Tiere schlafen, doch jede Art hat ihre eigene Form der Erholung – von Fledermäusen, die kopfüber hängen, bis zu Delfinen, die nur mit einer Gehirnhälfte ruhen.

Du erfährst, wie Säugetiere, Vögel, Reptilien und Fische ihren Schlaf an Umgebung und Lebensweise anpassen. Manche ruhen im Stehen, andere treiben im Wasser oder verbergen sich im Boden.

Die folgenden Abschnitte zeigen, warum manche Arten kaum wenige Stunden schlafen, während andere in langen Winterschlaf fallen – und wie Schlaf ihr Überleben sichert.


Wie schlafen Tiere Spannende Fakten über tierische Schlafmuster Cover Image

Wie schlafen Tiere: Schlafarten und Phasen

Schlaf bei Tieren unterscheidet sich stark in Dauer, Tiefe und Form.

Wie Schlafen Tiere

Einige Arten schlafen nur mit einer Gehirnhälfte, andere zeigen Schlafphasen, die dem menschlichen REM-Schlaf ähneln, in denen sich Träume vermuten lassen.

REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf

Wie beim Menschen treten bei vielen Tierarten zwei Hauptphasen auf: REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf. Im Non-REM-Schlaf sinkt die Aktivität des Nervensystems, der Körper regeneriert sich, und die Atmung wird ruhiger. Diese Phase dient der körperlichen Erholung. Der REM-Schlaf dagegen zeigt schnelle Augenbewegungen, unregelmäßige Atmung und oft Muskelzuckungen.

Forschende beobachteten bei Tintenfischen wie der Art Octopus laqueus, dass sie während des Schlafens Farbmuster wechseln und Körperbewegungen zeigen, die an Träume erinnern. Diese Ergebnisse stammen aus Experimenten des Okinawa Institute of Science and Technology [1]. REM-ähnlicher Schlaf wurde auch bei Säugetieren, Vögeln und sogar Reptilien festgestellt.

Nicht alle Tiere durchlaufen jedoch beide Phasen. Bei Reptilien und Fischen ist der Schlaf oft einfacher strukturiert, mit kürzeren Ruheintervallen. Säugetiere wie Hunde und Katzen wechseln dagegen mehrmals pro Nacht zwischen Non-REM- und REM-Schlaf.

Träumen bei Tieren

Ob Tiere träumen, kannst du nicht direkt beobachten, doch Hinweise sprechen dafür. Tiere zeigen während bestimmter Schlafphasen elektrische Gehirnaktivitäten, die stark an menschliche Traumphasen erinnern. Hunde bewegen im Schlaf gelegentlich ihre Beine, als würden sie laufen, und Delfine zeigen subtile Muskelbewegungen, obwohl sie halb wach bleiben.

Studien mit Vögeln ergaben, dass einige Arten im REM-ähnlichen Zustand Bewegungsmuster wiederholen, die sie tagsüber übten. Bei Oktopussen verändern sich Farbe und Atmung während des Schlafs, was auf innere Bilder schließen lässt – eine Art von Traumaktivität. Forschende vermuten, dass Träume dazu beitragen, Erfahrungen zu verarbeiten oder das Verhalten zu trainieren.

Einige Insekten und Fische zeigen keine klaren Zeichen von Traumphasen, was darauf hinweist, dass das Träumen an ein komplexeres Nervensystem gebunden ist.

Schlafdauer und Schlafmuster

Wie lange Tiere schlafen, hängt von Energiebedarf, Sicherheit und Lebensraum ab. Elefanten schlafen nur etwa zwei bis vier Stunden pro Tag, während Fledermäuse fast den ganzen Tag kopfüber ruhen. Delfine schlafen mit nur einer Gehirnhälfte, damit sie weiter atmen und auf ihre Umgebung achten können.

Kurze, wiederholte Schlafepisoden sind bei Beutetieren wie Giraffen oder Pferden üblich. Sie schlafen oft im Stehen und nur für wenige Minuten am Stück, um bei Gefahr schnell reagieren zu können. Dagegen gönnen sich Raubtiere wie Löwen längere Schlafphasen, da sie weniger Feinde fürchten.

Die folgende Tabelle zeigt Beispiele unterschiedlicher Schlafmuster:

Tierart Schlafdauer (pro Tag) Besonderheit
Elefant 2–4 Stunden Schlaf im Stehen oder Liegen
Delfin 8 Stunden (halbseitig) Eine Gehirnhälfte bleibt aktiv
Fledermaus 18–20 Stunden Schlaf kopfüber
Giraffe 30 Minuten–2 Stunden Sehr kurze Phasen

Unabhängig von der Art erfüllt der Schlaf bei Tieren dieselbe grundlegende Funktion: Erholung, Anpassung und Überleben.

Schlafgewohnheiten bei verschiedenen Tierarten

Tiere schlafen auf erstaunlich unterschiedliche Weise, geprägt durch Körperbau, Lebensraum und Schutzstrategien.

Verschiedene Tiere schlafen friedlich in ihren natürlichen Lebensräumen, darunter ein Löwe in Gras, ein Koala im Baum, ein Delfin im Wasser, eine Eule in einem Baum und ein Bär in einer Höhle.

Manche Ruhestellungen wirken fremd, doch sie dienen einem klaren Zweck – Energieersparnis, Tarnung oder Sicherheit.

Säugetiere und ihr Schlaf

Säugetiere zeigen eine große Bandbreite an Schlafzeiten und Positionen. Du findest Arten, die fast den ganzen Tag ruhen, und andere, die nur kurze Nickerchen halten. Elefanten schlafen beispielsweise selten länger als vier Stunden pro Tag, meist im Stehen, um sich vor Raubtieren zu schützen. In geschützten Umgebungen wie Zoos legen sich Elefanten zum Schlafen gelegentlich hin und verbringen dann leichte REM-Phasen im Liegen.

Raubtiere wie Löwen oder Hauskatzen nutzen ihren Energiebedarf effizient. Sie schlafen bis zu 15 Stunden am Tag, da sie zwischen der Jagd und dem Fressen Ruhephasen brauchen. Pflanzenfresser dagegen schlafen kürzer, da sie häufiger fressen müssen.

Ein Vergleich verschiedener Schlafgewohnheiten zeigt deutliche Unterschiede:

Tierart Durchschnittlicher Schlaf pro Tag
Elefant 2–4 Stunden
Löwe 15–20 Stunden
Mensch 7–9 Stunden
Fledermaus 18–20 Stunden

Diese Vielfalt unterstreicht, wie stark Ernährung und Lebensweise den Schlaf beeinflussen. Weitere Einblicke in ungewöhnliche Schlafhaltungen findest du auch bei Riesenkängurus, die auf dem Rücken schlafen [2].

Vögel und ihre Schlafstrategien

Vögel müssen wachsam bleiben, während sie Energie bewahren. Viele Arten schließen nur eine Gehirnhälfte, während die andere aktiv bleibt. Dieses sogenannte Halbhirnschlaf-Verhalten ermöglicht es ihnen, Feinde zu erkennen. Zugvögel nutzen diese Fähigkeit sogar beim Fliegen.

Manche Arten schlafen im Sitzen oder Stehen, die Füße automatisch festhaltend, um nicht vom Ast zu fallen. Wasservögel bilden nachts Gruppen und lassen am Rand stehende Tiere wachsamer bleiben. So entsteht eine Art rotierendes Sicherheitssystem.

Interessant ist auch, dass sich Schlafdauer und Aktivität nach Tageslänge und Jahreszeit richten. Nachtaktive Vögel wie Eulen halten tagsüber Ruhephasen, während Singvögel bei Sonnenaufgang aktiv werden. Schlafverhalten und Vogelbiologie sind also eng miteinander verknüpft.

Reptilien, Amphibien und Insekten

Reptilien wie Eidechsen und Schildkröten zeigen Ruhephasen ähnlich dem Schlaf, auch wenn ihre Gehirnaktivität weniger komplex wirkt als bei Säugetieren. Beobachtungen deuten auf abwechselnde Aktivitäts- und Ruhezyklen hin, gesteuert durch Temperatur und Licht.

Frösche können während Trockenzeiten eine lange Inaktivitätsphase durchleben. Manche Arten fallen in eine Kältestarre oder Estivation, wenn Umweltbedingungen extrem werden. Diese Zustände sparen Energie, ähnlich dem tiefen Schlaf bei Warmblütern.

Bei Insekten zeigt sich Schlafverhalten durch reduzierte Reaktionen auf Reize. Bienen senken die Aktivität, Falter suchen geschützte Orte, und Fruchtfliegen folgen einem klar erkennbaren Schlaf-Wach-Rhythmus. Diese Anpassungen sichern Überleben auch in kurzlebigen Lebenszyklen. Einen Überblick über die Vielfalt solcher Muster findest du in der Übersicht zu Schlafmuster und Schutzverhalten von Tieren [3].

Fische und Wirbellose

Du erkennst Schlafverhalten bei Fischen nicht sofort, da sie keine Augenlider besitzen. Dennoch schlafen Fische, indem sie ihre Bewegungen verlangsamen, Reaktionen verringern und an geschützten Stellen im Wasser verharren. Einige Arten ruhen im Strömungsschatten, andere — wie Papageifische — umgeben sich nachts mit einer Schleimschicht zum Schutz vor Räubern.

Oktopusse und andere Wirbellose zeigen Ruhephasen mit wechselnder Hautfärbung, was auf visuelle Traumähnlichkeiten schließen lässt. Korallenpolypen öffnen nachts ihre Fangarme, um Nahrung zu fangen, und reduzieren tagsüber die Aktivität.

Umweltfaktoren wie Temperatur, Licht und Sauerstoffgehalt bestimmen die Intensität des Schlafes. Laut einer Übersicht zu den vielfältigen Schlafformen im Tierreich von srf.ch [4] zeigen fast alle untersuchten Tiergruppen eine Form von Ruhezustand – ein Hinweis auf die grundlegende Bedeutung des Schlafs für jedes Leben.

Besondere Formen des Schlafs im Tierreich

Tiere haben Strategien entwickelt, um Energie zu sparen, sich vor Feinden zu schützen und mit extremen Umweltbedingungen umzugehen. Dabei unterscheiden sich ihre Schlafgewohnheiten deutlich je nach Klima, Lebensraum und Aktivität. Einige Arten schlafen monatelang, andere nur wenige Minuten am Tag oder sogar mit halbem Gehirn aktiv.

Winterschlaf und Sommerschlaf

Im Winterschlaf senken Tiere wie Igel, Murmeltiere oder Fledermäuse ihre Körpertemperatur drastisch. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, Herzschlag und Atmung reduzieren sich auf ein Minimum. So überstehen sie kältebedingte Nahrungsmangelzeiten energiesparend. Du kannst dir diesen Zustand als eine Art verlängerten Energiesparmodus vorstellen.

Im Gegensatz dazu tritt beim Sommerschlaf (Aestivation) das Gegenteil ein: Tiere wie afrikanische Lungfische oder manche Wüstenreptilien schützen sich durch Inaktivität vor Hitze und Trockenheit. Sie graben sich in den Boden ein oder verkriechen sich in feuchten Spalten.

Dieses Phänomen zeigt, wie flexibel Schlafverhalten sein kann, um saisonalen Bedingungen standzuhalten. Mehr dazu findest du bei den tierischen Viel- und Wenigschläfern im Tierreich [5].

Schlafpositionen und Schlafplätze

Die Schlafpositionen sind so verschieden wie die Tierarten selbst. Pferde und Giraffen schlafen oft im Stehen, um bei Gefahr schnell fliehen zu können, während Fledermäuse kopfüber an ihren Füßen hängen. Delfine ruhen mit einer Gehirnhälfte wach, damit sie weiter atmen und auf ihre Umgebung achten können.

Viele Vögel ziehen ein Bein an den Körper, um Wärme zu bewahren, oder schlafen in Gruppen, um Sicherheit zu gewinnen. Varianten wie das einseitige Schlafen helfen vielen Arten, Feinden zu entgehen. Selbst unter Wasser lebende Tiere wie Haie und Fische zeigen spezielle Ruhephasen, wie im Artikel über schlummernde Tiere im Wasser [4] beschrieben wird.

Folgende Tabelle verdeutlicht typische Schlafhaltungen:

Tierart Schlafposition Nutzen
Pferd Stehend Schnelle Flucht
Fledermaus Kopfüber hängend Sichere Verankerung
Delfin Einseitig wach Atmung und Orientierung

Besondere Anpassungen an den Lebensraum

Die Umgebung bestimmt maßgeblich, wie du an tierisches Schlafverhalten herangehst. Vögel, die im Flug schlafen, oder Tiere, die unter Wasser ruhen, zeigen enorme Anpassungsfähigkeit. Oktopusse etwa wechseln im Schlaf die Hautfarbe und zeigen Augenbewegungen ähnlich dem menschlichen REM-Schlaf, wie Studien über den Octopus laqueus belegen. Du findest Details dazu im Beitrag über Oktopusse beim Schlafen [1].

In extremen Lebensräumen wie der Arktis oder Wüste müssen Tiere mit langen Licht- oder Dunkelphasen zurechtkommen. Manche Vögel nutzen Mikro-Schlafphasen während des Flugs, andere reduzieren die Schlafzeit, wenn sie auf Nahrungssuche sind.

Solche Anpassungen zeigen, dass Schlaf kein starrer Zustand ist, sondern ein flexibles biologisches Werkzeug, das Überleben sichert.

FAQ

  • Welche Schlafmuster haben verschiedene Tierarten?


    Schlafmuster hängen stark von der Lebensweise ab. Delfine schlafen oft nur mit einer Gehirnhälfte, damit sie weiterhin atmen und sich vor Räubern schützen können. Fledermäuse hängen kopfüber, während Vögel häufig im Stehen ruhen. Einige Arten wie Rentiere können während des Wiederkäuens in einen schlafähnlichen Zustand verfallen, eine Anpassung an ihre arktische Umgebung laut GEO [6].

  • Wie viele Stunden schlafen Tiere im Durchschnitt pro Tag?


    Die Schlafdauer variiert stark. Koalas schlafen bis zu 20 Stunden täglich, wie das SWR Kindernetz [7] beschreibt. Elefanten ruhen dagegen oft nur zwei bis vier Stunden. Kleinere Tiere benötigen meist mehr Schlaf als große, da ihr Stoffwechsel schneller arbeitet.

  • Inwiefern unterscheidet sich der Schlaf bei Säugetieren von dem bei Reptilien?


    Säugetiere zeigen oft einen Wechsel aus REM- und Non-REM-Phasen, während Reptilien einen einfacheren Ruhezustand haben. Forschung deutet darauf hin, dass auch einige Reptilien Formen von Tiefschlaf besitzen. Sie reagieren jedoch meist empfindlicher auf äußere Reize und kehren schneller in Wachsamkeit zurück.

  • Auf welche Weise beeinflusst der Lebensraum das Schlafverhalten von Tieren?


    Im offenen Gelände schlafen Tiere eher kurz und aufrecht, um Feinde besser zu bemerken. In geschützten Lebensräumen wie Bäumen oder Höhlen schlafen sie länger und tiefer. Meeressäuger wie Seehunde und Delfine passen ihren Schlaf an den Rhythmus des Wassers an, wobei sie oft nur halb schlafen können.

  • Gibt es Tiere, die mit offenen Augen schlafen?


    Ja, bei einigen Arten ist das üblich. Fische und Reptilien besitzen keine beweglichen Augenlider und behalten ihre Augen offen, auch im Ruhezustand. Manche Vögel lassen ein Auge geöffnet, wenn sie gefährdet sind, um die Umgebung weiterhin überwachen zu können.

  • Wie verhält sich der Winterschlaf bei bestimmten Tierarten?


    Viele Tiere wie Igel oder Murmeltiere senken im Winter ihre Körpertemperatur und Herzfrequenz ab. Dieser Energiesparmodus hilft, Kälteperioden zu überstehen. Einige Arten wie Bären halten keine echte Starre, sondern eine verlängerte Ruhephase, in der sie gelegentlich aufwachen.

  • Quellen

Udo Müller

Wissenschaftlicher Autor

Udo ist begeistert von Schlafthemen und hilft, Lesern besser schlafen zu können und sinnvolle Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen. Als wissenschaftlicher Autor hat er viele Jahre, Patient*innen informiert und befasst sich auch gerne privat mit diesen Themen. Wenn er nicht gerade schreibt, geht Udo gerne mit dem Hund raus, spielt Gold oder wandert.

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