Melatonin Überdosis

Melatonin Überdosis: Anzeichen, Folgen & richtige Dosierung | 2025

Letztes Update am: 29.11.2025 Lesedauer: 8 Min.

Du nimmst Melatonin, um besser zu schlafen, weil es als natürliche Einschlafhilfe bekannt ist. Doch wie viel davon ist wirklich sinnvoll?

Eine Melatonin-Überdosis ist selten gefährlich, kann aber unangenehme Symptome wie Kopfschmerzen, Benommenheit oder anhaltende Müdigkeit verursachen. Melatonin reguliert deinen natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus und wird häufig als Nahrungsergänzung verwendet.

In Deutschland sind bis zu fünf Milligramm frei erhältlich, doch laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung können schon geringe Mengen ausreichend wirken. Zu hohe Dosen erhöhen dagegen das Risiko für Nebenwirkungen.

Hier erfährst du, wie Melatonin im Körper wirkt, welche Warnzeichen auf eine Überdosierung hindeuten und wie du es sicher anwendest.

Melatonin

Was ist Melatonin und wie wirkt es?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das deinen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und eng mit Lichtverhältnissen und innerer Uhr verbunden ist.

Melatonin Überdosis

Es beeinflusst, wann du müde wirst, wie tief du schläfst und wie sich dein Körper an Tag und Nacht anpasst.

Funktion des Melatonins im Körper

Melatonin wirkt als Regulator deines zirkadianen Rhythmus. Es signalisiert deinem Körper, dass es Zeit ist, sich auf Ruhe und Schlaf vorzubereiten. Wenn der Melatoninspiegel steigt, sinkt gleichzeitig die Körpertemperatur und der Blutdruck leicht, was das Einschlafen erleichtert.

Das Hormon wird auch als Antioxidans beschrieben, da es freie Radikale neutralisieren kann. Diese Eigenschaft unterstützt Zellschutzmechanismen und trägt zur Erholung während des Schlafs bei.

Darüber hinaus beeinflusst Melatonin andere Hormonsysteme, etwa die Ausschüttung von Cortisol und Insulin. Studien deuten darauf hin, dass es eine Rolle in der Immunabwehr und im Stoffwechsel spielt.

Einige Untersuchungen zeigen, dass Melatonin auch psychische Prozesse wie Stimmung und Aufmerksamkeit beeinflusst. Es wird daher in bestimmten Fällen zur Behandlung von Schlafstörungen und Jetlag eingesetzt, wie auf besserschlafen.de [1] beschrieben wird.

Produktion durch die Zirbeldrüse

Die Zirbeldrüse (Glandula pinealis) produziert Melatonin überwiegend bei Dunkelheit. Licht hemmt die Ausschüttung, wodurch dein Körper tagsüber wach bleibt. Die Produktion beginnt meist am Abend und erreicht ihr Maximum zwischen zwei und vier Uhr morgens.

Die Synthese erfolgt aus der Aminosäure Tryptophan, die über mehrere Zwischenschritte zu Melatonin umgewandelt wird. Dieser Prozess hängt stark von der Lichtwahrnehmung über die Netzhaut ab, die Signale an den suprachiasmatischen Nukleus im Hypothalamus sendet.

Einflussfaktoren wie Bildschirmlicht, Schichtarbeit oder Reisen über Zeitzonen können die natürliche Melatoninproduktion stören. Das erklärt, warum künstliches Licht am Abend das Einschlafen erschwert. Mehr dazu beschreibt die Apotheken Umschau [2].

Bedeutung für den Schlaf-Wach-Rhythmus

Dein Schlaf-Wach-Rhythmus folgt einem etwa 24-stündigen Zyklus, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Melatonin ist der wichtigste Zeitgeber für diesen biologischen Ablauf. Es hilft, den Wechsel zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen zu koordinieren.

Bei Dunkelheit steigt der Melatoninspiegel, wodurch du dich schläfrig fühlst. Morgens, wenn Licht auf die Augen trifft, sinkt der Spiegel wieder, und dein Körper schaltet auf Wachzustand um.

Eine gestörte Melatoninregulation kann zu Einschlafproblemen, Tagesmüdigkeit oder Jetlag führen. Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin sollen helfen, solche Störungen auszugleichen, wie auf besser-schlafen24.com [3] erklärt wird.

Eine ausgewogene Lichtumgebung, regelmäßige Schlafzeiten und der Verzicht auf helles Bildschirmlicht vor dem Schlafengehen unterstützen deinen natürlichen zirkadianen Rhythmus.

Melatonin Überdosis: Definition, Ursachen und Symptome

Eine zu hohe Einnahme von Melatonin kann deinen Schlaf-Wach-Rhythmus stören und körperliche Beschwerden verursachen.

Melatonin Überdosis

Die Auswirkungen hängen von der eingenommenen Menge, deiner individuellen Empfindlichkeit und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Substanzen ab.

Was bedeutet eine Überdosis?

Eine Melatonin-Überdosis tritt auf, wenn du mehr Melatonin einnimmst, als dein Körper verarbeiten kann. Melatonin ist ein Hormon, das deinen Schlaf reguliert und häufig in Form von Melatoninpräparaten zur Behandlung von Schlafstörungen verwendet wird.

Die empfohlene Dosis für Erwachsene liegt meist zwischen 1 mg und 5 mg pro Nacht. Höhere Mengen führen nicht unbedingt zu besserem Schlaf, können aber Nebenwirkungen auslösen. Laut doktor.top [4] hängt die Wirkung stark von Alter, Gewicht und Stoffwechsel ab.

Eine Überdosierung kann versehentlich geschehen, etwa wenn du verschiedene Produkte kombinierst oder ein stark dosiertes Präparat nutzt. Da die Konzentration in frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln stark schwanken kann, ist Vorsicht geboten.

Häufige Symptome einer Überdosierung

Die Symptome einer Melatonin-Überdosis sind meist unangenehm, aber selten lebensbedrohlich. Häufige Anzeichen sind:

Symptom Beschreibung
Müdigkeit am Tag Du fühlst dich tagsüber ungewöhnlich schläfrig.
Kopfschmerzen Druck oder Schmerz im Kopf nach der Einnahme.
Schwindel Ein Gefühl von Benommenheit oder Gleichgewichtsverlust.
Magenbeschwerden Übelkeit, Durchfall oder Magenschmerzen.
Intensive Träume Sehr lebhafte oder störende Träume.

Laut besserschlafen.de [1] kann auch eine zu hohe Dosis dazu führen, dass du paradoxerweise wach bleibst, statt müde zu werden. In seltenen Fällen treten Blutdruckschwankungen oder Angstgefühle auf.

Wenn du solche Symptome bemerkst, solltest du die Einnahme reduzieren oder pausieren und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen.

Individuelle Unterschiede in der Verträglichkeit

Nicht jeder reagiert gleich auf Melatonin. Faktoren wie Alter, Körpergewicht, Hormonhaushalt und gleichzeitig eingenommene Medikamente beeinflussen, wie dein Körper auf Melatonin reagiert.

Menschen mit empfindlichem Nervensystem oder bestehenden Schlafstörungen können schon bei niedrigen Dosen Nebenwirkungen spüren. Andere bemerken selbst bei höheren Mengen kaum Effekte.

Kinder und Jugendliche reagieren empfindlicher, weshalb Melatonin nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden sollte. Bei Erwachsenen ist eine schrittweise Dosierung sinnvoll, um die niedrigstmögliche wirksame Menge zu finden.

Wie meinwegausderangst.de [5] erklärt, kann auch die Kombination mit Koffein, Alkohol oder Blutdruckmedikamenten die Verträglichkeit beeinflussen. Achte daher auf mögliche Wechselwirkungen, bevor du Melatonin einnimmst.

Risiken, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Eine zu hohe Einnahme von Melatonin kann verschiedene körperliche und psychische Reaktionen auslösen. Sie betrifft nicht nur den Schlaf, sondern auch hormonelle Abläufe und kann bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente unerwünschte Effekte verstärken.

Kurzfristige und langfristige Nebenwirkungen

Bei kurzfristiger Überdosierung treten häufig Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auf. Du kannst dich tagsüber benommen fühlen oder Schwierigkeiten haben, dich zu konzentrieren. Diese Symptome verschwinden meist nach Absetzen oder Reduktion der Dosis.

Langfristig kann eine übermäßige Einnahme den Schlaf-Wach-Rhythmus stören. Das führt zu unregelmäßigem Schlaf, Reizbarkeit und verminderter Leistungsfähigkeit. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) [6] besteht zudem ein Risiko für hormonelle Ungleichgewichte, wenn Melatonin regelmäßig in hohen Dosen konsumiert wird.

Einige Menschen berichten über Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen. Langfristige Überdosierung kann auch die natürliche Melatoninproduktion hemmen, was den Schlaf auf Dauer verschlechtert.

Mögliche Reaktion Häufigkeit Dauer
Benommenheit Häufig Kurzfristig
Kopfschmerzen Häufig Kurzfristig
Schlafstörungen Gelegentlich Langfristig
Hormonelle Veränderungen Selten Langfristig

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Melatonin kann mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren. Besonders relevant sind Antidepressiva, Antikoagulanzien (Blutverdünner) und blutdrucksenkende Medikamente. Diese Kombinationen können die Wirkung einzelner Präparate verstärken oder abschwächen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva kann Melatonin die Konzentration bestimmter Neurotransmitter beeinflussen, was zu erhöhter Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen führt. Antikoagulantien können in Verbindung mit Melatonin das Risiko für Blutungen erhöhen.

Auch Benzodiazepine oder andere Schlafmittel können durch Melatonin verstärkte sedierende Effekte zeigen. Laut NetDoktor.de [7] solltest du vor einer Kombination mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ärztlichen Rat einholen.

Eine Übersicht:

  • Erhöhtes Blutungsrisiko: bei Antikoagulanzien
  • Verstärkte Müdigkeit: bei Beruhigungsmitteln
  • Veränderte Stimmung: bei Antidepressiva

Gefährdung besonderer Personengruppen

Kinder, Schwangere und ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Melatonin. Bei Kindern kann eine Überdosierung laut Pharmazeutischer Zeitung [8] zu extremer Tagesmüdigkeit und Konzentrationsproblemen führen.

Bei Schwangeren und Stillenden fehlen ausreichende Daten zur Sicherheit. Daher solltest du Melatonin in diesen Lebensphasen nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

Ältere Personen, die häufig blutdrucksenkende oder gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sind besonders gefährdet. Wechselwirkungen können Kreislaufprobleme oder Blutdruckschwankungen auslösen.

Auch Menschen mit Depressionen oder Angststörungen sollten vorsichtig sein, da Melatonin die Wirkung von Psychopharmaka beeinflussen kann. Eine ärztliche Überwachung hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und deine Schlafgesundheit zu schützen.

Sichere Anwendung von Melatonin und Alternativen

Eine sichere Nutzung von Melatonin hängt von der richtigen Dosierung, dem passenden Einnahmezeitpunkt und der Beachtung möglicher Wechselwirkungen ab. Ergänzend können Schlafgewohnheiten, Lichtverhältnisse und Entspannungstechniken helfen, die Schlafqualität zu verbessern und den Bedarf an Schlafmitteln zu reduzieren.

Empfohlene Dosierung und Einnahmetipps

Melatonin wird häufig bei Einschlafstörungen und Jetlag eingesetzt. In Deutschland gelten Dosierungen zwischen 0,2 und 5 mg als sicher und wirksam. Eine Dosis von etwa 1 mg kann laut Gesundheits-Zentrale [9] bereits die Einschlafzeit verkürzen.

Nimm Melatonin 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen ein. So unterstützt du den natürlichen Anstieg des körpereigenen Hormons am Abend. Höhere Mengen führen nicht zu besserem Schlaf, sondern können am Morgen Müdigkeit oder Kopfschmerzen verursachen.

Vermeide die Einnahme am Tag, da sie deinen Schlaf-Wach-Rhythmus stören kann. Wenn du Melatonin regelmäßig nutzt, sollte es nur kurzfristig erfolgen, um eine Abhängigkeit von der Wirkung zu vermeiden. Achte außerdem darauf, dass retardierte Präparate langsamer wirken und länger im Körper bleiben.

Form Wirkungseintritt Besonderheit
Normal (schnell freisetzend) ca. 30–60 Min. geeignet bei Jetlag
Retardiert (langsam freisetzend) über mehrere Stunden geeignet bei Insomnie

Nicht-medikamentöse Maßnahmen für besseren Schlaf

Eine gute Schlafhygiene kann die Wirkung von Melatoninpräparaten unterstützen oder sie sogar überflüssig machen. Dazu gehören feste Schlafzeiten, ein ruhiger Raum und der Verzicht auf elektronische Geräte vor dem Schlafengehen.

Regelmäßige Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder Meditation fördern das Einschlafen. Auch eine konstante Raumtemperatur zwischen 16 und 18 °C hilft, die Körpertemperatur zu senken und den Schlaf zu vertiefen.

Ein strukturierter Bedtime-Routine-Plan kann so aussehen:

  1. 30 Minuten vor dem Schlafen Licht dimmen
  2. Bildschirmzeit beenden
  3. Leichte Dehnübungen oder Lesen
  4. Melatonin (wenn nötig) einnehmen

Diese Maßnahmen verbessern die Schlafgesundheit, indem sie den natürlichen Melatoninspiegel stabilisieren und den Körper auf Ruhe vorbereiten.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Wenn du trotz korrekter Anwendung weiterhin Schlafprobleme hast oder dich tagsüber ständig müde fühlst, solltest du ärztlichen Rat einholen. Ein Arzt kann prüfen, ob eine Grunderkrankung wie Depression, Schilddrüsenstörung oder Schlafapnoe vorliegt.

Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, etwa Antidepressiva oder Antikoagulanzien, besteht laut BfR-Warnung [6] ein Risiko für Wechselwirkungen. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten.

Kinder sollten melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel nur nach ärztlicher Rücksprache erhalten. Der Arzt kann die passende Dosis bestimmen oder alternative Strategien empfehlen, um die Schlafqualität zu verbessern, ohne auf hormonelle Präparate angewiesen zu sein.

FAQ

lars

Lars Reimann

Schlafcoach

Lars bezeichnet sich selbst gern als Schlafenthusiast. Als Schlafcoach und Gründer von Unternehmen in der Schlafbranche teilt er gern sein Wissen und lernt täglich Neues. Er ist der Ansicht, dass das Verständnis der Wichtigkeit von gutem Schlaf für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebenserwartung die Menschen motiviert, ihren Schlaf zu priorisieren und zu verbessern. Schlaf ist ein ebenso wichtiger Teil unseres Lebens wie Ernährung und Bewegung. Mit seinen Unternehmen konnte er bereits weit mehr als 250.000 Menschen zu besserem Schlaf verhelfen.

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