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Schlafphasen

Schlafzyklen

Schon am Anfang des 20. Jahrhunderts erfand Hans Berger, ein Psychiater aus Jena, die bis heute wichtigste Messmethode für die Erforschung des Schlafes: die Elektroenzephalographie oder abgekürzt EEG.

Der Name setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  • Elektro steht für den elektrischen Strom, der mit dieser Methode gemessen wird.
  • Enzephalo kommt von dem altgriechischen Wort enképhalos. Es bedeutet Gehirn.
  • Graphie ist ebenfalls aus dem Altgriechischen abgeleitet. Es kommt von gráphein, schreiben.

Bei einem EEG werden nämlich schwache Ströme im Gehirn gemessen und aufgezeichnet. Diese Ströme entstehen, wenn das Gehirn aktiv ist. Sie werden mit Sensoren gemessen, die Dir in Form einer Haube auf den Kopf gesetzt werden. Aus dem fertigen Elektroenzephalogramm lässt sich dann ablesen, welche Deiner Gehirnregionen wann wie stark arbeiten.

Durch die EEG Technik stellte sich heraus, dass im Schlaf drei unterschiedliche Aktivitätsphasen auftreten:

  • der Wachzustand
  • der Non-REM-Schlaf und
  • der REM-Schlaf

Der Wachzustand ist die erste Phase, in die Du kurz nach dem Schlafengehen eintrittst. In ihr zeigt Dein Gehirn noch vergleichbar viel Aktivität. Wenn jetzt jemand ein EEG von Dir macht, wird er also noch viele Ströme messen. Deine Muskeln sind in dieser Phase angespannt und Deine Augen bewegen sich unter den geschlossenen Lidern.

Diese Phase dauert etwa 30 Minuten, also eine halbe Stunde. Danach gleitest Du in den Non-REM-Schlaf hinüber. Er wird in vier unterschiedliche Stadien unterteilt, wobei Stadium 1 und 2 gemeinsam als Leichtschlaf und Stadium 3 und 4 als Tiefschlaf bezeichnet werden.

Beim Übertritt in das erste Non-REM Stadium verlangsamt sich die Aktivität Deines Gehirns. Deine Muskeln entspannen sich und Deine Augen beginnen zu rollen. Mit jedem neuen Stadium, das Du danach erreichst, verringert sich die Aktivität Deines Körpers und Gehirns weiter. Im Tiefschlaf erreicht Dein Gehirn die maximale Ruhe.

Nach etwa einer bis zwei Stunden Schlaf endet Deine erste Tiefschlafphase. Dein Körper macht eine Bewegung und tritt in den REM-Schlaf über. In diesem Stadium erreicht Dein Körper die maximale Entspannung. Nur die absolut überlebensnotwendigen Muskeln, wie zum Beispiel Dein Herz, arbeiten weiter.

Dabei gibt es aber eine auffällige Ausnahme: Deine Augen bewegen sich in der REM-Phase sehr schnell. Vermutlich ist der Grund dafür, dass Du in dieser Phase sehr intensive Träume hast. Deshalb wird der REM-Schlaf auf Deutsch auch Traumschlaf genannt.

Die Abkürzung REM ist Englisch. Sie steht für Rapid Eye Movement, was übersetzt schnelle Augenbewegungen bedeutet.

REM-Phasen sind viel kürzer als die anderen Schlafphasen. Die erste dauert meistens nur wenige Minuten. Danach beginnst Du die zweite Non-REM-Phase der Nacht.

Für den Rest der Nacht wechseln sich Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf ab. 1 x Non-REM + 1 x REM werden dabei gemeinsam als ein Schlafzyklus bezeichnet. Die Länge eines Schlafzykluses ist vom Alter des Schläfers abhängig. Bei einem gesunden Erwachsenen beträgt sie etwa 90 Minuten (eineinhalb Stunden). Bei Babys und Kindern bis zu einem Alter von etwa 10 Jahren ist sie kürzer.

In einer durchschnittlichen Nacht durchläuft Dein Körper drei bis fünf Schlafzyklen. Die ersten beiden von ihnen sind die tiefsten. Ab dem dritten Zyklus schläfst du leichter und Deine REM-Phasen sind länger.

Der genaue Wechsel zwischen Non-REM- und REM-Phasen ist aber individuell verschieden. Wie er bei Dir aussieht, lässt sich durch eine Polysomnografie feststellen. (Poly- altgriechisch: mehrere, Somno- lateinisch: schlafen)

Morgens Wecker auf dem Nachttisch

Die Bedeutung des REM-Schlafs

Trotz seiner Kürze ist der REM-Schlaf besonders wichtig. Er fällt neben den schnellen Augenbewegungen durch außergewöhnliche körperliche Veränderungen auf. Wenn Du unmittelbar nach einer REM-Phase aufwachst, kannst Du dich besser an Deine Träume erinnern.

Junge Frau schlafend

Träumen

Die Frage warum wir träumen beschäftigt die Wissenschaft schon lange und ist immer noch nicht endgültig geklärt. Möglicherweise sucht unser Gehirn durch Träume nach Lösungen für Probleme, die uns belasten. Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine Erholungsphase für das Gehirn.

Referenzen

  1. Träumen – sinnlos oder biologisch notwendig (GEOSCIENCE-ONLINE.DE)
  2. Der Schlaf und unsere Gesundheit (William C Dement & Christopher Vaughan)

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Matthias Böhm

Matthias setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Menschen mit Informationen zu versorgen, die sie nutzen können, um sinnvolle Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen. Als wissenschaftlicher Autor hat er mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, Patient*innen, Betreur*innen und Fachleute mit qualitativ hochwertigen, faktenbasierten Informationen zu versorgen und diese zu verfassen. Wenn er nicht gerade schreibt, kocht Matthias gerne vegetarisch, wandert und schläft gerne aus.

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