Schlafstörungen – Wenn der Schlaf gestört ist

 

Was sind Schlafstörungen?

Millionen von Menschen leiden in der Nacht unter Schlafstörungen. Nacht im Bett finden sie nicht die ersehnte Ruhe. Wenn Du Dich in der Nacht nicht erholen kannst, leiden Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden darunter. Ist der Schlafmangel dauerhaft, sind schwerwiegende Folgen im Alltag möglich.

So sind rund ein Viertel aller tödlichen Unfälle auf den Autobahnen in Deutschland auf Sekundenschlaf zurückzuführen. Auch das ist eine Folge von Schlafstörungen und fehlender, nächtlicher Erholung. Dauerhafter Schlafmangel muss nicht zwingend in einem Unfall enden, kann jedoch auch zu chronischen körperlichen und seelischen Erkrankungen führen.

Nicht nur führt mangelnder Schlaf zu Krankheiten, auch das Gegenteil ist möglich: Einer Schlafstörung kann auch eine ernsthafte Erkrankung zu Grunde liegt. Deshalb solltest Du Probleme im Zusammenhang mit Schlaf und ein chronisches Schlafdefizit ernst nehmen und etwas dagegen unternehmen.

 

Welche Schlafstörungen gibt es?

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es einen Zusammenhang gibt, zwischen psychiatrischen sowie chronischen Krankheiten und Schlafstörungen. Experten gehen davon aus, dass rund die Hälfte der Schlafstörungen seelische Ursachen haben. Doch auch einige organische Krankheiten sind die Folge von Schlafstörungen.

Schlafstörungen können also für sich alleine stehen. Sie können aber auch das Zeichen für eine andere, ernsthafte Erkrankungen sein. Wenn der Schlaf verbessert wird, ist es auch möglich, dass andere Erkrankungen verhindert werden, zurückgehen oder sogar geheilt werden.

Schlafstörungen, die auch Dyssomnien genannt werden, können aufgrund einer speziellen internationalen Klassifikation der Schlafstörungen unterschieden werden nach folgenden Kriterien:

  • die Art und Weise, wie sie sich äußern
  • welche Ursachen dafür verantwortlich sind

Nach den verschiedenen Kriterien lassen sich mehr als 80 verschiedene Krankheitsbilder unterscheiden, die alle im Zusammenhang mit Schlafstörungen stehen.

 

Grob gibt es vier Formen von Schlafstörungen beziehungsweise Schlaf-Wach-Störungen:

 

  1. Insomnien (Ein- und/oder Durchschlafstörungen)

Typische Anzeichen dafür sind:

  • zu wenig Schlaf
  • unerholsamer Schlaf
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • häufiges nächtliches Erwachen mit Schwierigkeiten beim Wiedereinschlafen
  • zu frühes, morgendliches Erwachen
  • das Gefühl, nicht tief geschlafen zu haben

 

  1. Hypersomien (Störungen von vermehrter Schläfrigkeit am Tage)

Typische Anzeichen dafür sind:

  • Schwierigkeiten, tagsüber wach zu bleiben
  • ungewolltes Einnicken oder sogar Einschlafen am Tag
  • das Gefühl, permanent schläfrig zu sein trotz einer genügend langen Schlafdauer
  • teilweise nächtliches Schnarchen

 

  1. Parasomnien (Störungen, die während des Schlafens auftreten)

Typische Anzeichen dafür sind unter anderem:

  • Alpträume
  • Schlafwandeln
  • Sprechen im Schlaf
  • REM-Schlaf-abhängiger Herzstillstand
  • Zähneknirschen

 

  1. Gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus

Personen, die an dieser Schlafstörung leiden, können zur „normalen“ Zeit nicht schlafen. Gehen sie aber früher oder später ins Bett, gibt es keine Schlafprobleme. Manchmal kann der Schlaf-Wach-Rhythmus überhaupt nicht vorhergesagt werden. Diese Störung tritt oft vorübergehend nach Fernreisen auf.

Unsere Leseempfehlungen

  • Internationale Klassifikation der Schlafstörungen (Elisabeth Schramm & Dieter Riemann)
  • Die „Schlafkrankheit“ Narkolepsie (Susanne Schäfer & Geert Mayer)

Andere Krankheitsbilder – unsere Leseempfehlungen

  • Wenn die Beine nicht zur Ruhe kommen: Das Restless-Legs-Syndrom (Frithjof Tergau & Marion Zerbst)
  • Narkolepsie (Geert Mayer)
  • Parkinson: Schlaf & Atmung
  • Die „Schlafkrankheit“ Narkolepsie (Susanne Schäfer)

 

Beschwerden und Symptome

Als Betroffener bemerkst Du Schlafstörungen teilweise erst gar nicht. Symptome, wie Schlafwandeln in der Nacht, lautstarkes Schnarchen oder Zähneknirschen stören eher den Schlaf des Partners an Deiner Seite. Bei einer Untersuchung wird Dich der Arzt nicht nur nach den Beschwerden fragen, die Du selber beobachtet hast, sondern was Deinem Partner möglicherweise aufgefallen ist.

Wer an Schlafstörungen leidet, beklagt sich häufig, abends Schwierigkeiten mit dem Einschlafen zu haben oder während der Nacht aufzuwachen und nicht wieder einschlafen zu können. Auch heftiges Schwitzen in der Nacht oder ein Wasserlassen können Deinen Schlaf beeinträchtigen. Manchmal ist es sogar möglich, dass Patienten das Bett einnässen. Weitere Beschwerden, die bei vielen Personen mit Schlafstörungen auftreten sind Kopfschmerzen oder ein verspannter Nacken am Morgen.

Fehlt dem Körper die Erholung in der Nacht, fühlen sich Betroffene am Tag müde und erschöpft, auch wenn sie keine größere, körperliche Anstrengungen auf sich genommen haben. Es ist sogar möglich, dass einige betroffene Personen tagsüber wieder einschlafen, ohne dass sie dies wollen.

Die Konzentration und die Leistungsfähigkeit lassen merklich nach. Auch dies sind zusammen mit Unwohlsein, Antriebslosigkeit, Muskelschmerzen und Unwohlsein sind Symptome, die auf Schlafstörungen hindeuten können. Solche Beschwerden solltest Du auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.

Mehr zu dem Thema findest du auf der Website der Universität Marburg

 

Merkmale für Ein- und Durchschlafstörungen

Wenn folgende Merkmale auf Dich zutreffen, deutet dies auf eine Ein- und Durchschlafstörung hin, die Du behandeln lassen solltest:

  • Du hast schon länger als einen Monat Beschwerden.
  • Die Dauer und das Ausmaß der Ein- oder Durchschlafstörungen steht in keinem Verhältnis zur möglichen Ursache. Als Ursache kommen Leistungsdruck oder vorübergehender Stress im Privat- oder Berufsleben in Frage.
  • Die Beschwerden lassen auch nicht nach, wenn der ursprüngliche Auslöser nicht mehr besteht.
  • Du fühlt sich tagsüber müde, gereizt oder überfordert, bist antriebslos und Deine Konzentration sowie Dein Leistungsvermögen ist deutlich eingeschränkt.
  • Du kannst trotz Müdigkeit auch am Tag nicht schlafen, beispielsweise in der Mittagszeit.
  • Du hast Angst davor, nicht einschlafen zu können. Diese nimmt immer mehr Raum ein und steigert sich zu einer Bett- und Nachtangst

Inhalte mit freundlicher Unterstützung von Stiftung Warentest

 

Erste Hilfe bei Ein- und Durchschlafstörungen

Viele Menschen leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen. Nur selten ist eine organische Ursache der Grund. Viele schlafstörende Faktoren kannst du beseitigen, indem Du Deine Lebensgewohnheiten veränderst. Beispielsweise eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Entspannung und eine gezielte Stressbewältigung können Schlafstörungen mindern oder ganz zum Verschwinden bringen. Auch bei Kindern sind oft nur einige einfache Maßnahmen nötig, damit sie gut ein- und durchschlafen können. Im Alter sorgen ausgefüllte und möglichst aktive Tage für erholsame Nächte.

 

Untersuchung

Die Untersuchung und Diagnose einer Schlafstörung beinhaltet mehrere Stufen. Der Arzt ist dabei auf Deine Mithilfe angewiesen. Es ist nötig, dass Du ihm Deine eigenen Beobachtungen mitteilst.

Im Erstgespräch versucht der Arzt herauszufinden, welche möglichen Krankheiten Grund für Deine Schlafstörungen sein können. Er wird ambulant oder im Schlaflabor genau ansehen und messen, was in und mit Deinem Körper in der Nacht geschieht. Je nach Verdacht sind weitergehende Untersuchungen bei einem Internisten oder einem Neurologen möglich. Sobald alle notwendigen Untersuchungsergebnisse vorliegen, kann der Arzt eine genaue Diagnose stellen.

Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem Ratgeber „Schlaflabor“

 

Behandlung

Unterschiedliche Schlafstörungen erfordern unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen. Bei Ein- und Durchschlafstörungen reicht es oftmals schon, wenn Du Deine Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umstellst. Dauerhafte Schlafprobleme bedürfen einer eingehenden ärztlichen Behandlung. Dabei kann die Einnahme von Medikamenten, eine psychologische Therapie oder manchmal sogar eine Operation nötig werden, um die Schlafstörungen zu beheben.

In unserem Ratgeber „Behandlung & Therapie von Schlafstörungen“ erfährst du mehr zu diesem Thema

Themenspecial

Je besser Du Dich bettest, umso besser schläfst Du…

Die richtige Bettdecke und eine auf Deine Bedürfnisse abgestimmte Matratze helfen Dir zu erholsameren Schlaf in der Nacht.

Hier erfährst Du, worauf Du achten solltest:

Fragebögen und Tests

Verschiedene Fragebögen helfen Dir herauszufinden, ob Du an einer Schlafstörung leidest. Du kannst auch Dein persönliches Bluthochdruckrisiko bestimmen. Auch erfährst Du, welcher Chronotyp Du bist und dank des Body Mass index, ob Dein Gewicht im Normalbereich ist.

Hier geht es zu den Tests

 

Schnarchen

Schnarchen ist lästig, vor allem für den Partner, der nebenan liegt und deswegen nicht schlafen kann. Dabei ist es oftmals nur eine harmlose Begleiterscheinung durch die tiefe Entspannung während des Schlafens. Wenn das Schnarchgeräusch aber sehr laut oder unregelmässig ist, ist es notwendig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Eine Schlafapnoe ist eine mögliche Ursache. Diese sollte behandelt werden, denn sie kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Erfahre mehr über das Thema Schnarchen in unserem Ratgeber „Schlafapnoe“

 

Schlafstörungen bei Kindern

Bei Kindern treten meistens Ein- oder Durchschlafstörungen auf. Auch Alpträume, nächtliches Aufschrecken oder Schlafwandeln, was alles zu den Parasomnien zählt, kommt öfter vor. Dies sind auch mögliche Gründe für Durchschlafschwierigkeiten bei Kindern. Sie leider aber sehr selten an einer vermehrten Schläfrigkeit tagsüber. Ist diese nicht nur vorübergehend, kann das aber auf hirnorganische Erkrankungen hindeuten.
Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber „Schlafstörungen von Kindern“

Unsere Buchempfehlungen

  • Schlafen lernen. Sanfte Wege für Ihr Kind (Petra Kunze)
  • Jedes Kind kann schlafen lernen: Vom Baby bis zum Schulkind – Wie Sie die Schlafprobleme Ihres Kindes vermeiden und lösen können (Annette Kast-Zahn & Hartmut Morgenroth)
  • Die Schlafschule: Mein Kind lernt schlafen (Andre Kahn)
  • Mein Kind schläft – endlich! (Daniela Arbter-Öttl)

Schlafstörungen im Alter

Jüngere Menschen nennen als Grund für Schlafprobleme häufig Belastungen am Arbeitsplatz oder Konflikte mit dem Partner oder in der Familie. Bei älteren Menschen sind es oft körperliche Krankheiten, die zu Schlafproblemen oder Schlaflosigkeit führen.

Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber „Schlafstörungen im Alter“

Unsere Buchempfehlungen

  • Altern und Schlaf (Hartmut Schulz)
  • Schlafstörungen im Alter erklären und behandeln (Johannes Kemper)
Spezialthema: Schlafapnoe führt zu mehr Tagesmüdigkeit und ist gefährlich

Schlafapnoe ist eine nächtliche Atmungsstörung. Sie ist weit verbreitet. Unbehandelt kann sie schwerwiegende Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben. Bluthochdruck oder sogar ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sind mögliche Folgen. Doch auch Sekundenschlaf kann durch eine unbehandelte Schlafapnoe ausgelöst werden. Wenn Du laut und unregelmäßig schnarchst, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Dieser kann herausfinden, ob Du an einer Schlafapnoe leidest.

Umstellung von Ernährungsgewohnheiten

Mit der Umstellung von für die Nachtruhe ungünstigen Ernährungsgewohnheiten, lassen sich Schlafstörungen beseitigen. Überprüfe die eingenommenen Nahrungsmittel, gerade am Abend, und die Essenszeiten und finde zu mehr und zu erholsamerem Schlaf.

Hier erfährst du mehr über das Thema „Schlaffördernde Lebensmittel“

 

Bewegung – das Mittel der Wahl

Bewegung ist ein gutes Mittel gegen Schlafstörungen. Bewegst Du dich während des Tages wenig, kann dies dafür verantwortlich sein, dass Du am Abend nicht müde bist und sich die sogenannte „Bettschwere“ nicht einstellt. Sportliche Aktivitäten in Massen, die mindestens eine Stunde vor dem Schlafen gehen beendet sind, helfen gegen Stress und sorgen für Entspannung. Auch das erhöht die Schlafbereitschaft.

Hier erfährst du mehr zum Thema „Bewegung im Schlaf“
Entspannung und Stressbewältigung

Viele Menschen kommen abends nicht zur Ruhe. Durch den Zeit- und Perfektionsdruck während des Tages sowie die Überflutung mit Reizen und Informationen haben manche Personen das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen. Sie kommen aus diesen Gründen auch abends im Bett nicht zur Ruhe. Entspannung und eine geeignete, auf Deine Bedürfnisse zugeschnittene Stressbewältigung helfen gegen den stressigen Alltag und sorgen dafür, dass Du am Abend besser einschlafen kannst.

Hier erfährst du mehr zum Thema „Entspannungsübungen zum Einschlafen“

 

Natürliche Einschlafhilfen

Bevor Du zu Medikamenten greifst, um zum ersehnten Schlaf zu finden, probiere doch erst die verschiedenen natürlichen Einschlafhilfen aus.

Hier erfährst du mehr zum Thema „Hausmittel zum Einschlafen“

 

Schulbeginn kontra Biorhythmus

Der übliche Schulbeginn hierzulande kollidiert mit dem Biorhythmus von Kindern. Die Leistungskurve erreicht erst ab neun Uhr ein zum Lernen geeignetes Niveau. Aus diesem Grund plädieren daher Schlafmediziner, dass die Schulen den Schulbeginn später ansetzen.

Wenn du mehr über das Thema erfahren möchtest, lies unseren Ratgeber „Schlafdauer“

Epworth Test

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Sind Sie oft müde und schlafen in alltäglichen Situationen ein? Dann leiden Sie womöglich an einer Schlafstörung!

Hier geht es zum Test „Habe ich eine Schlafstörung?“

Risikofaktoren

Ist die Gesundheit beeinträchtigt, leidet auch unsere Schlaf- qualität. Testen Sie hier weitere Risikofaktoren, die zu Schlafstörungen führen können.

Hier geht es zu den Tests„Weitere Risikofaktoren“

Unsere Buchempfehlungen

  • Wenn der Schlaf gestört ist: Schlafmangel und -störungen (Ingrid Füller)
  • Bücher vonStiftung Warentest (Ingrid Füller)
  • Schlaf und Schlafstörungen (Sonia Ancoli-Israel)