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Schlafstörung: Therapie und Behandlung

Schlafstörungen sind kein völlig fremdes Phänomen. Ganz im Gegenteil – denn sehr viele Menschen sind davon betroffen. Aufgrund unterschiedlichster Umwelteinflüsse, psychischer wie physischer Belastungen aber auch Vorerkrankungen, die zu Schlafstörungen führen können.

Schlaflosigkeit

Wenn auch Du unter Schlafstörungen leidest, darfst Du das nicht einfach hinnehmen. Du kannst effektiv gegensteuern. Mit der richtigen Therapie, die dich dazu bringt, entspannt ins Bett zu gehen und ebenso entspannt am nächsten Morgen aufzuwachen. Welche Untersuchungen notwendig sind, welche Therapien im Anschluss funktionieren und welche Schlafmittel eventuell für dich interessant sein können, haben wir Dir in unserer großen Übersicht einmal zusammengetragen. Wir hoffen, dass wir mit dem Thema Schlafen und Schlafstörungen genau deine Bedürfnisse bedienen. Denn ein gesunder Schlaf ist elementar wichtig, um effektiv arbeiten zu können und um ein erfülltes Leben zu haben. Lass dich deshalb überraschen, welche Möglichkeiten es gibt, Deine Schlafprobleme zumindest zu reduzieren.

Schlafen

Untersuchung

Wenn Du über einen längeren Zeitraum merkst, dass Du mehrere Nächte in der Woche schlecht schläfst und Dich tagsüber müde fühlst, dann leidest Du unter einer sogenannten Schlafstörung. Sie sorgt dafür, dass Du erschöpft, antriebslos und in Deiner Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt bist. Die Gründe dafür müssen von einem Arzt abgeklärt werden. Nur so ist es möglich, dass Du wieder einen gesunden und erholsamen Schlaf findest. Und das nicht nur an wenigen Tagen in der Woche, sondern an möglichst allen Tagen.

Deine erste Anlaufstelle auf der Suche nach einem gesunden Schlaf ist immer Dein Allgemeinarzt. Er kennt Dich am besten und wird die ersten wichtigen Schritte in die Wege leiten. Dafür ist wichtig, dass Du Deinem Arzt genau mitteilst, welche Beschwerden Du in der Nacht hast und wie sich Deine Tage nach einer schlaflosen oder gestörten Nacht gestalten.

Vielleicht führst Du im Vorfeld schon ein sogenanntes Schlaftagebuch. Du wirst es definitiv im Laufe der Behandlung führen müssen. Wenn Du aber schon im Vorfeld etwas genauer aufschreibst, wann Du schlecht schläfst, was Du vorher gemacht hast und wie dein Tag danach aussieht, kann Dein Arzt Deine Beobachtungen direkt mit in die Diagnose einfließen lassen. Das verkürzt für Dich den Leidensprozess, da so schneller Hilfe für Dich zur Verfügung steht.

Außerdem wird Dein Allgemeinarzt unterschiedliche Fragen stellen. Diese solltest Du gut beantworten können. Zu diesen Fragen gehören unter anderem:

  • Seit wann hast Du Schlafstörungen?
  • Leidest Du unter Einschlafproblem oder unter Durchschlafproblemen?
  • Unter welchen Umständen kommt es zur Schlaflosigkeit?
  • Kannst Du selbst Bedingungen herbeiführen, die Deine Schlafstörungen verbessern oder auch verschlechtern?
  • Was hast Du bis jetzt gegen Deine Schlafprobleme gemacht?
  • Nimmst Du verschreibungspflichtige oder nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel ein?

Nicht jeder Allgemeinarzt kennt sich ausreichend mit schlafmedizinischen Hintergründen aus. Trotz allem lohnt es, immer zuerst zu Deinem Hausarzt gehen. Achte jedoch darauf, dass Dir dieser nicht nur ein Schlafmittel oder ein Antidepressiva verschreibt. Wichtig ist, dass eine gründliche Ursachenforschung stattfindet. Wenn Du Deinen Arzt gut über Deine Probleme informierst, wird er auch nicht gleich zum Rezeptblock greifen, sondern nach äußeren Störfaktoren suchen. Er wird Deine Ernährungsgewohnheiten und Deinen Lebensstil erfragen, wird körperliche Beschwerden prüfen und so versuchen, sich von deinen Lebensumständen ein bestmögliches Bild zu machen. Bei chronischen Schlafstörungen wird er Dich an eine fachärztliche Praxis oder an eine schlafmedizinische Ambulanz überweisen.

Sollte sich innerhalb von einer vierwöchigen Behandlung ohne Medikamente keine Verbesserung einstellen, dann kannst Du auch eigenständig den Fachmann zu Rate ziehen. Es ist dann beispielsweise möglich, dass Du starker Schnarcher bist oder dass Du unter Konzentrationsstörungen leidest. Dann muss ein Facharzt diese Dinge genau kontrollieren, da sie mit Deinen Schlafproblem mit aller Wahrscheinlichkeit einhergehen.

Ruhige junge Frau meditiert als psychologische Therapie

Psychologische Therapien

Normalerweise ist der Schlaf dafür da, dass sich Dein Körper und Deine Seele erholen. Die Seele ist aber der größte Aspekt bei Schlafstörungen. Mehr als die Hälfte aller Schlafprobleme lassen sich auf eine seelische Ursache zurückführen. Wenn Du wieder besser schlafen möchtest, musst Du Deiner Seele zumindest ein wenig Aufmerksamkeit widmen.

Im Rahmen der Schlafmedizin gibt es vier verschiedene psychologische Therapiekonzepte, die zur Anwendung kommen. Sie haben sich auch bei einer chronische Schlafstörung als sehr sinnvoll erwiesen. Dazu gehören:

  • Entspannungstechniken
  • verhaltenstherapeutische Maßnahmen
  • tiefenpsychologische Verfahren
  • Einzel- und Gruppentherapien

In welchem Umfang eine oder mehrere Behandlungsmethoden bei Dir greifen, hängt immer davon ab, wie sehr Du Dich auf die Behandlung einlässt. Deine Bereitschaft zur Mitarbeit muss groß sein, damit am Ende ein Erfolg verzeichnet werden kann.

Verhaltenstherapeutische Maßnahmen

Zu den verhaltenstherapeutischen Maßnahmen gehören unter anderem die Stimuluskontrolle, die paradoxe Intention und die Schlafrestriktion. Das sind große Begriffe, die Du vielleicht in diesem Zusammenhang noch nicht gehört hast. Wir wollen sie deshalb ein wenig erläutern.

Die Stimuluskontrolle ist eine der wichtigsten verhaltenstherapeutischen Maßnahmen. Im Rahmen dieser Kontrolle erhältst Du ganz genaue Anweisungen. Es wird festgelegt, wann Du ins Bett gehst und was Du dort tun sollst. Das Bett darf dabei ausschließlich zum Schlafen genutzt werden. Du darfst Dich also nicht aufs Bett legen, um Dich auszuruhen, ein Buch zu lesen oder fern zu schauen. Dieses Verfahren ist besonders dann geeignet, wenn die Schlafumgebung für Unruhe und Anspannung sorgt.

Die paradoxe Intention setzt voraus, dass der Therapeut die Anweisung gibt, so lange wie möglich nicht zu schlafen. Der Therapeut sagt in diesem Zusammenhang, dass man erst dann ins Bett geht, wenn man wirklich müde ist. Nicht vorher, um sich nicht im Bett hin und her zu wälzen und den Kopf über alle möglichen Dinge zu zerbrechen.

Bei der Schlafrestriktion wird ein Schlaftagebuch geführt. Im Rahmen dieses Schlaftagebuchs wird errechnet, wie lange tatsächlich geschlafen wird. Anhand der Ergebnisse wird dann festgelegt, dass Du in Zukunft nur noch diese Zeitspanne im Bett verbringst. Und das für fünf Tage. Sind diese fünf Tage um, wird Deine Bettzeit pro Tag um 15 Minuten verlängert. Dieses Prozedere wird so lange fortgesetzt, bis du für 7 bis 8 Stunden durchschlafen kannst.

Tiefenpsychologische Verfahren

Beim tiefenpsychologischen Verfahren geht es darum, Deine seelischen Konflikte zu finden. Und zwar die Konflikte, denen Du Dir vielleicht gar nicht bewusst bist, die Dich aber am Schlafen hindern. Unbewusste Sorgen und Ängste werden entdeckt und abgebaut. Es ist nicht immer einfach, den wirklichen Grund für die Schlafstörung zu finden. Deshalb sind tiefenpsychologische Therapien auf einen relativ langen Zeitraum angelegt. Außerdem lernst Du im Rahmen dieser Therapie Entspannungsübungen und unterschiedliche Verhaltensmuster.

Brauchst Du einen Erste Hilfe Tipp bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen? Dann können wir Dir folgendes empfehlen:Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, zwischendurch immer wieder Entspannung und eine Stressbewältigung sind die Grundvoraussetzung für einen gesunden Schlaf. Versuche, nicht irgendwelchen Alltagsstress oder Probleme mit ins Bett zu nehmen. Gestalte deine Schlafumgebung ruhig und dezent. Du benötigst ein ordentliches Bett mit einer ordentlichen Decke und einem ordentlichen Kissen. Mehr ist für einen gesunden und erholsamen Schlaf eigentlich nicht notwendig.

Apparative Therapien

Reichen klassische Therapien nicht aus, muss zu apparativen Therapien gegriffen werden. Hier handelt es sich um Hilfsmittel, die zum Beispiel gegen das Schnarchen eingesetzt werden. Die sogenannten Monoblock-Geräte sorgen dafür, dass der Unterkiefer nach vorne verlagert wird und sich die Weichteile das Rachenraums anspannen. Dadurch kann der Atemstrom nicht flattern und das Schnarchgeräusch wird nicht erzeugt.

Zudem gibt es das orale Zwei-Schienensystem, dass bei einer leicht bis mittelgradigen Schlafapnoe angesetzt wird. Auch hier wird neben der Behandlung des Schnarchens dafür gesorgt, dass Du in Ruhe durchschlafen kannst.

Hast Du neben dem Schnarchen den Verdacht, dass Du nachts Atemstillstände hast, dann ist es ganz wichtig, dass Du dich zeitnah in Therapie begibst. Du kannst Dich an einen Schlafmediziner wenden oder auch an einen Zahnarzt. Beide werden wirksame Therapien für Dich entwickeln können.

Operative Therapien

Kann auch mit apparativen Hilfsmitteln nichts erreicht werden, müssen operative Therapien in Betracht gezogen werden. Besonders bei nächtlichen Atemstörungen ist das wichtig. Der häufigste chirurgischer Eingriff in diesem Zusammenhang ist der sogenannte UPPP Eingriff. In wahrlich schwieriges Wort, das ausgesprochen „Uvulopalatopharyngealplastik“ bedeutet. Im Rahmen dieses Eingriffs wird im Rachenraum Fettgewebe und Bindegewebe entfernt. Der Gaumenbogen wird gleichzeitig verkürzt und beim Zäpfchen wird ein wenig entfernt. In der Regel wird heutzutage dafür moderne Lasertechnik zum Einsatz gebracht. In einigen Fällen sorgt ein solcher Eingriff dafür, dass sich das Schnarchen vermindert oder sogar komplett reduziert. Körperliche Fehlfunktion können dadurch aber oftmals nicht behoben werden.

Auch anatomische Gegebenheiten des Gesichtes können dafür sorgen, dass es zu Atemstillständen und zu Schlafproblemen kommt. Beispielsweise dann, wenn der Unterkiefer von Geburt an verkürzt ist. Eine solche Fehlstellung begünstigt die Probleme beim Schlafen. Deshalb ist wichtig, dass hier mit einer operativen Therapie die Atmungsstörung und die Schlafprobleme entfernt werden. Hier ist wichtig, dass nur ein Spezialist diesen operativen Eingriff vornimmt. Es ist eine schwierige Operation, die Risiken in sich birgt. Deshalb ist wichtig, dass Du Dir einen passenden Spezialisten suchst, der Dich nicht nur berät, sondern am Ende auch wirklich diese Operation durchführen kann.

Um eine weiterführende Diagnostik durchzuführen, ist auch immer ein Besuch im Schlaflabor wichtig. Dort wird Dein nächtlicher Schlaf analysiert und gleichzeitig geschaut, welche Werte Du am Tag hast. Die Ursachen für eine Schlafstörung können so effektiv eingegrenzt werden.

Weitere Schlafmittel

Medikamente sollten immer eine Notlösung bleiben. Wir empfehlen Dir, immer erst einmal therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor Du zur Tablette oder zu Tropfen greifst. Es gibt das sogenannte Antihistaminika, das eigentlich für die Behandlung von Allergien zum Einsatz kommt. Das Mittel hat jedoch die Nebenwirkung, dass Müdigkeit und Schläfrigkeit auftreten. Deshalb wird dieses Mittel bei Schlafstörungen gerne verschrieben.

Doxylamin gehört ebenfalls für den Schlafmitteln, die eine schlaffördernde Wirkung haben. Es wirkt sehr schnell und hält für einige Stunden an. Allerdings kann die Substanz die Schlafstruktur verändern. Aber der Regel es ist so, dass nach einigen Tagen eine Gewöhnung stattfindet und alles in Ordnung ist.

Das älteste Schlafmittel ist Chloralhydrat. Es dämpft dein zentrales Nervensystem und sorgt so dafür, dass Du zur Ruhe kommst und abschalten kannst.

Naturheilmittel

Selbstverständlich dürfen an dieser Stelle auch nicht die Naturheilmittel vergessen werden. Es gibt einige Pflanzen und Kräuter, die eine schlaffördernde Wirkung haben. Johanniskraut, Melissenblätter, Passionsblumenkraut, Hopfen oder Baldrianwurzel sind hier am bekanntesten. Sie sind gut verträglich, haben geringe Nebenwirkungen und sind in einer Vielzahl von Naturpräparaten enthalten. Du kannst diese rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Wenn Du diesbezüglich Interesse hast, solltest Du Dich trotz allem von einem Arzt im Vorfeld beraten lassen. Dein Hausarzt kann Dir hier mit Sicherheit wichtige Tipps geben.

Referenzen

  1. Loslassen – Stress bewältigen (Christoph Schenk)
  2. Handbuch Medikamente: Vom Arzt verordnet (Annette Bopp & Vera Herbst)
  3. Handbuch Selbstmedikation (Annette Bopp & Gerd Glaeske)
  4. Wirkt Schlaf vorbeugend gegen Übergewicht und Bluthochdruck?
  5. Die wundersame Welt des Schlafes (Peretz Lavie)

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Matthias Böhm

Matthias setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Menschen mit Informationen zu versorgen, die sie nutzen können, um sinnvolle Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen. Als wissenschaftlicher Autor hat er mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, Patient*innen, Betreur*innen und Fachleute mit qualitativ hochwertigen, faktenbasierten Informationen zu versorgen und diese zu verfassen. Wenn er nicht gerade schreibt, kocht Matthias gerne vegetarisch, wandert und schläft gerne aus.

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