Schlaf – was ist das?
Der Schlaf ist ein faszinierendes Phänomen. Das wusste bereits Leonardo da Vinci, das Multitalent der Renaissance. Er brachte das Paradoxe und Geheimnisvolle des menschlichen Schlafes mit diesem Rätsel auf den Punkt: "Was ist das? Der Mensch wünscht es sich herbei, und wenn er es endlich hat, lernt er es nicht kennen.“
Der Schlaf führt normalerweise ein Schattendasein. So sehr wir uns auch bemühen, wir werden ihn nie bewusst wahrnehmen können. Und doch spielt der Schlaf eine herausragende Rolle in unserem Leben – immerhin verbringen wir rund ein Drittel unseres Daseins schlafend. Dabei ist der Schlaf für uns so selbstverständlich wie der abendliche Sonnenuntergang. Wir verschwenden keinen Gedanken an ihn, solange er sich mit gewohnter Regelmäßigkeit einstellt. Für viele Menschen ist der gesunde Schlaf jedoch ein Wunschtraum – über 30 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern leiden mittlerweile an Schlafstörungen.
Vielen Dichtern, Malern und Denkern der vergangenen Jahrhunderte erging es ebenso. Ihr gestörtes oder auch besonders freundschaftliches Verhältnis zum Schlaf inspirierte zu unzähligen Zeilen und Pinselstrichen.
Und auch die medizinische Forschung hat die enorme Bedeutung unseres nächtlichen Begleiters erkannt. In den letzten 40 Jahren wurden erstaunliche Erkenntnisse über die Grundlagen des Schlafs und seinen Einfluss auf unsere Gesundheit gewonnen – und das Verständnis über den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Erkrankungen wächst. Wie wichtig gesunder und erholsamer Schlaf ist, darauf weist auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin.
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Nicht jedes Lebewesen auf der Erde schläft. Nur einige Vogelarten und die große Gruppe der Säugetiere, zu der auch der Mensch gehört, kennen diesen körperlichen Zustand. Auf den ersten Blick scheint der Schlaf eine reduzierte Form der Wachheit zu sein. Wir bewegen uns kaum, sind nicht ansprechbar, nicht mehr bei klarem Verstand. Doch die Ergebnisse der schlafmedizinischen Forschung zeigen, dass der Schlaf ein aktiver und lebenswichtiger Vorgang ist. Wachen und Schlafen |
Unser Schlaf-Wach-Verhalten wird von unserer inneren Uhr gesteuert Dabei spielt das Schlafhormon Melatonin eine wichtige Rolle. Der innere Taktgeber ist außerdem dafür verantwortlich, dass wir zu bestimmten Zeiten am Tag besonders leistungsfähig sind und beispielsweise zur Mittagszeit ein Tief erleben. So oft es geht, sollte man seinem natürlichen Rhythmus nachgeben. Studien zeigen, dass ein kurzes Nickerchen am Arbeitsplatz die Leistungsfähigkeit erheblich steigern kann. Die Innere Uhr
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Während wir schlafen, wechseln sich verschiedene Schlafphasen nacheinander ab. Die regelmäßige Abfolge von Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf sind für unsere geistige und körperliche Erholung unentbehrlich. In welcher Phase man sich befindet, können Schlafmediziner heutzutage anhand der Gehirnströme (EEG) ablesen, denn jede Phase hat ihr eigenes Muster. Besonders interessant ist dabei die sogenannte REM-Schlafphase, in der wir besonders intensiv träumen. |
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Wieviel Schlaf braucht man denn nun eigentlich, um gesund und leistungsfähig zu sein? Auf diese Frage gibt es keine allgemein gültige Antwort, denn das Schlafbedürfnis ist individuell sehr unterschiedlich. Die Erkenntnisse aus der Schlafmedizin deuten jedoch darauf hin, dass eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden optimal zu sein scheint. Berühmte Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. |
Unser Schlafverhalten wird ganz entscheidend durch unser Lebensalter geprägt. So haben Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren ganz unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Bei Kindern kollidiert der biologische Rhythmus erheblich mit dem morgendlichen Schulbeginn. Ähnlich geht es Jugendlichen, deren Schlafbedürfnis ab der Pubertät wieder ansteigt. Sie können also nichts für ihre morgendliche Schläfrigkeit. Schlaf und Lebensalter |
Eine Vielzahl von äußeren Einflüssen wirkt sich auf unseren Schlaf aus. Dazu gehören neben persönlichen Gewohnheiten vor allem soziale Zwänge wie Nacht- und Schichtarbeit. Aber auch die alljährlichen Zeitumstellungen im Frühling und Herbst bringen unser Schlafverhalten aus dem Gleichgewicht. Ebenso wie das Jetlag-Syndrom, das in unserer vom Ferntourismus geprägten Zeit immer mehr Menschen betrifft. Schlaf und äußere Einflüsse
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Die obligatorische Zigarette nach dem Mittagessen oder das gute Gläschen Wein zum Einschlafen: viele liebgewonnene und einige leidige Angewohnheiten bestimmen unseren Tagesablauf. |
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