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Gedichte und Zitate
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"Das Werk der Weckuhr schnappte ein und rasselte pflichtgetreu und grausam. Es war ein heiseres und geborstenes Geräusch, ein Klappern mehr als ein Klingeln, denn sie war altgedient und abgenutzt; aber es dauerte lange, hoffnungslos lange, denn sie war gründlich aufgezogen. |
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"Nicht Mandragora noch Mohn |
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"Nicht, dass Unterricht grundsätzlich langweilig oder nervtötend wäre, aber ein Aussetzer zwischendurch kann nie schaden. Die festgelegten Pausen auf dem Schulhof will und kann keiner verpassen. Jeder möchte mit Freunden tratschen, ein bisschen Tischtennis, Basketball, Fußball spielen oder erste Anbandelversuche unternehmen mit Schulkameradinnen oder –kameraden. Da ist keine Zeit, um mal kurz wegzuschlafen. Außerdem gibt es kaum einen Ort, dich zurückzuziehen. Viel besser und zudem eine imponierende Leitung ist es, während der Deutschstunde ein unbemerktes Nickerchen zu nehmen." |
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"Menschen, dich nachts im Schlafe träumen, kennen ein Glück, das die Tageswelt nicht gewährt, eine stille Verzückung, ein Schweben der Seele, das wie Honig auf der Zunge ist. Und sie wissen auch, dass die Wonne der Träume das Gefühl grenzenloser Freiheit ist. Es ist nicht die Freiheit des Tyrannen, der der Welt seinen Willen aufdrängt, sondern die Freiheit des Künstlers, der keinen Willen hat, der frei von Willen ist. Die Freude des wahren Träumers besteht nicht im Inhalt des Traumes, sondern in etwas anderem: darin, dass sich alles ohne sein Zutun ereignet und seiner Einwirkung völlig entzogen ist. Große Landschaften erschaffen sich selbst, weite herrliche Ausblicke, schwellende und zarte Farben, Straßen, Häuser, die er nie gesehen, von denen er nie gehört hat. Fremde Menschen treten auf und sind seine Freunde oder Feinde, obgleich der Träumende nie etwas mit ihnen zu schaffen gehabt hat. Die Vorstellung des Fliegens und Dahinjagens kehren in Träumen immer wieder und sind nicht minder berauschend (...) Und immer umfängt den Träumer das Gefühl der unermesslichen Freiheit und durchströmt ihn wie Luft und Licht als überirdische Seligkeit." |
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"Es war in unsägliche und darum unglückliche Liebe zu seiner Cousine Elsbeth entbrannt und seit jener Zeit nicht länger willens, auch nur einen Augenblick lang zu ruhen, bis das er das Geheimnis der Unmöglichkeit seines Liebens zugrunde geforscht hätte. Tapfer hielt er bis zu seinem unglaublichen Ende bei sich, dass die Zeit des Schlafens Verschwendung und folglich Sünde sei, ihm dereinst im Fegefeuer aufgerechnet werde, denn im Schlaf sei man tot, jedenfalls lebe man nicht wirklich. Nicht von ungefähr vergliche ein altes Wort Schlaf und Tod mit Brüdern. Wie, dachte er, könne ein Mann reinen Herzens behaupten, er liebe sein Weib ein Leben lang, tue dies aber nur des Tags und dann vielleicht nur über die Dauer eines Gedankens? Das könne nicht von Wahrheit zeugen, denn wer schlafe, liebe nicht." |
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"Du liegst in später Nacht zu Bett und kannst nicht schlafen. Die Straße ist still, in den Gärten rührt der Wind zuweilen die Bäume. Irgendwo schlägt ein Hund an; in einer fernen Straße fährt ein Wagen (...) Wieder und noch einmal klingt ein kleines Stück leben herein, immer seltener, immer schwächer, und dann kommen die Stunden, wo alles müde ist und jeder leiseste Wind und jedes feine Mörtelkorn, das hinter den Tapeten niederrinnt, laut hörbar und mächtig wird und dir die Sinne erregt. Und kein Schlaf. Nur die Müdigkeit zieht einen feinen Schleier über die Augen und Gedanken, du hörst ein rastloses Blut im Ohre klingen, du hörst im schmerzenden Kopf das feine, fieberne Leben, du spürst in aufliegenden Adern den gleichmäßigen und doch verwirrenden Takt der Pulse. Es hilft dir nichts, dich hin und her zu werfen, aufzustehen und dich wieder zu legen. Es ist eine von den Stunden, in denen du dir selbst auf keine Weise entrinnen kannst. Gedanken und Bewegungen des Gemüts und der Erinnerung werden in dir Herr, und du hast keine Gesellschaft, sie wie sonst totzureden." |
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