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Schöner, erfolgreicher, perfekter: Im Leben der Generation der Millennials dreht sich alles um Perfektionismus und um Selbstoptimierung. Das Ziel hinter dem Trend: jederzeit das Beste aus sich und seinem Leben herausholen. Das Smartphone und jede Menge Apps sollen dabei helfen, alles aus der eigenen Ernährung, dem Work-out, der Freizeit und sogar dem Schlaf herauszuholen. Nicht selten mit negativen Folgen, die von Stress über Selbstzweifel bis hin zum Burn-out reichen.

Was ist eigentlich Selbstoptimierung?

Hinter Selbstoptimierung steht der Wunsch, aus sich selbst ein besseres „Ich“ zu machen. Der Begriff „Optimierung“ geht dabei auf das lateinische Wort „optimus“ zurück, das man mit „der Beste, der Tüchtigste“ übersetzen könnte. Selbstoptimierung wird als ein Prozess verstanden, der niemals komplett abgeschlossen ist und von vielen Aufs und Abs begleitet wird. Mittlerweile gibt es so gut wie keinen Bereich mehr, aus dem nicht noch etwas mehr herausgeholt und verbessert werden kann, sei es die eigene Fitness, die Leistungsfähigkeit auf Arbeit, die Gestaltung der freien Zeit oder die Gesundheit.

Was steckt hinter dem Drang nach Selbstoptimierung?

Im Berufsleben spielt Optimierung eine wichtige Rolle. Sie hilft dabei, Abläufe zu verbessern und Herausforderungen zu bewältigen. Auch die eigene Arbeitsleistung kann dadurch besser werden. Mittlerweile ist der Drang nach permanenter Selbstoptimierung aber auch im Privaten nicht mehr wegzudenken. Dabei ist der Wunsch nach Selbstverbesserung eigentlich kein neues Phänomen, sondern steckt schon immer in uns. Als soziales Wesen vergleichen wir uns permanent mit anderen. Bemerken wir, dass wir zum Beispiel in einem Bereich besser sind als andere, pusht das unser Selbstbewusstsein. Ebenso spornt es uns an, uns zu verbessern, wenn wir in einem Bereich weniger gut sind als die Menschen um uns herum.

Die Folgen von Selbstoptimierung

Auch wenn der Wunsch, mehr aus sich selbst und dem Leben herausholen zu wollen, in erster Linie nicht ungewöhnlich ist, kann Selbstverbesserung auch negative Folgen haben. Denn schnell wird aus der anfänglichen Motivation Druck. Die hohen Erwartungen, die man dabei an sich selbst stellt, können oft gar nicht erfüllt werden. Selbstzweifel, Versagensängste oder das Gefühl permanenter Erschöpfung können die Folge sein. Forscher, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, zählen aber auch Essstörungen, Depressionen, Schlafstörungen und Burn-out zu den negativen Auswirkungen des Selbstverbesserungszwangs. Die amerikanische Journalistin Anne Helen Petersen stellte in ihrem 2020 erschienen Essay „How Millennials became the Burnout Generation“ fest, dass gerade die Generation der Millennials unter einer Art Dauerstress leide. Die Arbeit auf der einen Seite und das Organisieren der Freizeit auf der anderen Seite führen dazu, sich ständig müde und erschöpft zu fühlen. Zudem fällt es schwer, alltägliche Dinge wie einkaufen, Wäsche waschen oder Rechnungen bezahlen, zu erledigen.

Wie Soziale Medien den Drang nach Selbstverbesserung bestärken

Selbstverbesserung hat mittlerweile alle Lebensbereiche erfasst und ist zu einem Zwang geworden, dem man sich kaum noch entziehen kann. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil tragen dazu auch soziale Medien bei, auf denen man anderen Menschen dabei beobachten kann, wie sie ein vermeintlich perfektes, glückliches und erfolgreiches Leben führen. Man sieht durchgetaktete Tagesabläufe, die mit einer ausgiebigen Morgenroutine, Yoga und Meditation beginnen. Man folgt Menschen, die im Job drei Projekte parallel managen, Zeit mit der Familie verbringen und nebenbei auch noch erfolgreich an einem eigenen Business arbeiten. Und man beobachtet andere dabei, wie sie sich zuckerfrei, vegan und ohne Gluten ernähren, während man sich selbst das dritte Mal im Monat eine Pizza mit extra viel Käse gegönnt hat, obwohl man doch eigentlich mal wieder abnehmen wollte. Unweigerlich fühlt man sich von solchen Bildern unter Druck gesetzt und versucht Sport, gesündere Ernährung, Achtsamkeit und Selbstfürsorge gleichzeitig anzugehen, was unweigerlich zu Stress führt. Am Ende befindet man sich in einem Teufelskreis aus Optimierungswahn, Erschöpfung und Überforderung. Dabei vergessen viele, dass Social Media nur einen kleinen und immer geschönten Ausschnitt aus dem Leben anderer Menschen präsentiert. Was man nämlich nicht sieht, ist, dass Menschen mit der perfekt aufgeräumten Wohnung vielleicht jemanden bezahlen, der für sie putzt und aufräumt, dass diejenigen, die sich sehr gesund ernähren, in Wirklichkeit unter einer Essstörung leiden und dass Menschen, die scheinbar mit Leichtigkeit Job und Familie unter einen Hut bekommen, hinter den Kulissen Medikamente benötigen, um abends einschlafen zu können.

Selbstoptimierung als Geschäft

Mit dem Wunsch, sich ständig zu verbessern, ist auch ein riesiger Markt entstanden, mit dem sich viel Geld verdienen lässt. So boomen nicht nur Coachings und Kurse, die einem dabei helfen sollen, in bestimmten Lebensbereichen mehr herauszuholen, sondern auch auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Trainingsprogramme, Abnehmkurse oder Ernährungsprogramme. Auch Apps und technische Geräte helfen beim Erreichen der selbst gesteckten Ziele und zeichnen auf, ob man sich am Tag genug bewegt, ausreichend getrunken oder ausreichend Nährstoffe zu sich genommen hat. Da Selbstoptimierung oft in mehreren Lebensbereichen gleichzeitig vorgenommen wird, spielt auch Zeitersparnis eine wichtige Rolle, weshalb Nahrungsergänzungsmittel, Shakes, die eine Mahlzeit ersetzen sollen, oder spezielle Produkte für besondere Ernährungsgewohnheiten vom Selbstoptimierungsmarkt ebenfalls nicht mehr wegzudenken sind.

Wo Selbstverbesserung wirklich Sinn macht

Durch den Stress, den der Selbstoptimierungswahn bei vielen auslöst, leiden nicht selten viele gleichzeitig auch unter Schlafstörungen. Gesunder und erholsamer Schlaf ist jedoch wichtig, um tagsüber leistungsfähig und fit zu sein. Wie viel Schlaf optimal ist, ist individuell verschieden, der Durchschnitt liegt aber zwischen sieben und neun Stunden. Bekommt man dauerhaft zu wenig davon, kann das zu schweren gesundheitlichen Problemen wie Konzentrationsschwierigkeiten, einer steigenden Unfallgefahr, Gereiztheit, Herz-Kreislauf-Problemen und einer höheren Anfälligkeit für Erkältungen führen. Selbstoptimierung ist inzwischen jedoch auch beim Thema Schlaf ein Trend geworden. So gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die einen dabei unterstützen, den eigenen Schlaf zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel Blaulichtfilter für Handy und Laptop, Schlafrechner, die die optimale Schlafdauer und perfekte Schlafenszeit berechnen oder Einschlafhilfen wie Melatonin, Beruhigungstees und Apps für Einschlaf-Meditationen.

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Über den Autor:

Judith Taudien
Schreiben war schon immer Judiths Ding. Deshalb führte sie ihr Weg auch schon in die verschiedensten Print- und Online-Redaktionen, wo sie über all die Themen schreibt, die sie selber interessieren: Literatur, Musik und gutes Essen. Bei Schlaf.de informiert sie Interessierte über alles, was mit dem Thema “Schlafen” zu tun hat. Und wenn sie mal nicht in die Tasten haut, ist sie garantiert auf der Suche nach neuen angesagten Restaurants, guckt Katzenvideos oder singt im wohl coolsten Chor Berlins.
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