Kissenspray-zum-Einschlafen

Sie riechen nach Lavendel, Zirbe oder Jasmin und sollen bewirken, dass wir schneller einschlafen: Kissensprays. Die Sprays greifen dabei auf die Erkenntnisse der Aromatherapie zurück und nutzen als Basis verschiedene ätherische Öle, die dabei helfen, Stress abzubauen und zu entspannen. Zwei bis drei Sprühstöße reichen schon aus, um sowohl Raumklima als auch Schlafqualität zu verbessern. Wir erklären, welche Düfte in Kissensprays bei welchen Schlafproblemen helfen.

Besser schlafen mit Kissenspray

Jeder zehnte Erwachsene soll hierzulande unter Schlafstörungen leiden. Wer Probleme beim Ein- oder durchschlafen hat, probiert in der Regel einiges aus, um endlich wieder besser schlafen zu können. Schließlich wirkt sich ein dauerhafter Schlafmangel negativ auf unsere Gesundheit aus. Wir werden schneller krank, sind reizbarerer, tagsüber müde und unkonzentriert. Kein Wunder also, dass der Markt für Schlafprodukte boomt. Neben Einschlaftees, Gewichtsdecken oder Melatonin gibt es zum Beispiel auch spezielle Sprays, die einfach auf das Kopfkissen gesprüht werden und deren enthaltene Düfte beruhigend wirken. Neben der schlaffördernden Wirkung haben Kissensprays aber noch weitere Vorteile wie zum Beispiel:

  • Abbau von Stress und Angst
  • beruhigende und entspannende Wirkung
  • in verschiedenen Düften für jeden Geschmack erhältlich
  • sorgen für Wohlfühlatmosphäre im Schlafzimmer
  • schnelle Wirkung
  • nicht verschreibungspflichtig

Aromatherapie als Grundlage für Kissensprays

Kissensprays bestehen aus verschiedenen ätherischen Ölen und machen sich das Prinzip der Aromatherapie zu Nutze. In der Aromatherapie kommen Duftstoffe zum Einsatz, die zur Linderung von verschiedenen körperlichen oder seelischen Beschwerden verwendet werden. Bei dieser Form der Therapie wird in erster Linie der Geruchssinn angesprochen. Düfte wirken auf unser limbisches System und erzeugen eine positive Wirkung auf Körper und Geist. Sie lösen Emotionen aus und können das Wohlbefinden steigern. Das geschieht jedoch nur, wenn wir mit dem Duft etwas Angenehmes oder ein positives Erlebnis wie etwa einen Urlaub verbinden. Assoziieren wir mit einem Duft hingegen negative Emotionen, beeinflusst er auch entsprechend unsere Stimmung.

Welche Düfte eignen sich zum Einschlafen?

Für Kissensprays gibt es eine Reihe von Düften, deren Wirkung als besonders beruhigend gilt und die sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken sollen. Der Klassiker ist Lavendel. In wissenschaftlichen Studien wurde belegt, dass der Duft eine entspannungsfördernde und angstlösende Wirkung hat, weshalb Lavendel nicht nur in Schlaftees oder Beruhigungsbädern zu finden ist, sondern auch in Form von Lavendelöl in medizinischen Präparaten, die gegen Schlafstörungen eingesetzt werden. Neben Lavendel gelten aber auch andere ätherische Öle und ihre Düfte als beruhigend und entspannungsfördernd.

Zirbe

Der intensive Geruch des Holzes der Zirbe ist ein beliebter Duft in der Aromatherapie. Es kann das Raumklima so beeinflussen, dass sich der Kreislauf beruhigt und ein erholsamer und tieferer Schlaf gefördert wird. Auch die Atmenwege sollen durch das Öl der Zirbelkiefer befreit werden.

Jasmin

Kissensprays mit Jasminöl riechen angenehm blumig und sollen laut Forschern eine ähnliche Wirkung wie Valium haben aber ohne abhängig zu machen. Jasmin wirkt angstlösend und fördert das Durchschlafen.

Hopfen

Damit ist natürlich nicht das Feierabendbier gemeint. Der Duft von Hopfen macht müde und hilft bei Einschlafstörungen. Auch wer unter Kopfschmerzen leidet, die durch Stress ausgelöst werden, kann zum Kissenspray mit ätherischem Hopfenöl greifen.

Melisse

Der Duft von ätherischem Melissenöl gilt als hilfreich bei Schlaflosigkeit und nervlicher Anspannung und kann dazu beitragen, die Nerven zu beruhigen. Melisse ist auch ein guter Tipp für alle, die unter Albträumen und innerer Unruhe leiden.

Neroli

Das ätherische Duftöl Neroli wird aus den Blüten des Bitterorangenbaumes hergestellt, der hauptsächlich auf Sizilien und in Nordafrika zu finden ist. Neroli hilft bei Nervosität, stärkt die Nerven und kann auch bei wiederkehrenden Albträumen angewendet werden.

Baldrian

Baldrian gehört wie Lavendel zu den Klassikern bei Schlafproblemen. Ätherisches Baldrianöl in einem Kissenspray kann dabei helfen, durch Alltagsstress und Nervosität bedingte Schlafstörungen lindern. Wem es schwerfällt, im Bett das Gedankenkarussell anzustellen, sollte Kissensprays mit Baldrian ausprobieren.

Tonka

Die Frucht des Tonkabaumes gilt als ganzheitliches Naturheilmittel und wird in Brasilien und Venezuela zum Beispiel bei Asthma, Übelkeit und Husten eingesetzt. In Kissensprays kann ihr Duft beruhigend auf das zentrale Nervensystem wirken. Tonkabohnen enthalten außerdem Cumarine, die die Serotoninbildung anregen. Serotonin ist Hormon und Neurotransmitter und wird üblicherweise im Tiefschlaf gebildet. Bei Schlafstörungen entsteht jedoch schnell ein Mangel, der wiederum Einschlafstörungen begünstigt.

Wie man Kissensprays richtig anwendet

Das passende Kissenspray sollte nicht nur danach ausgewählt werden, gegen welche Schlafstörung es helfen soll, sondern auch danach, ob Duft als angenehm empfunden wird. In der Regel reichen bereits 2 bis 3 Sprühstöße etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen auf dem Kissen verteilt aus, um die optimale Wirkung der ätherischen Öle zu entfalten. Meist hält der Duft einige Tage an, sodass die Sprays nicht jeden Abend angewendet werden müssen. Kissensprays enthalten allerdings Alkohol, der Flecken auf der Bettwäsche hinterlassen kann. In Kontakt mit der Haut kann der Alkohol außerdem Hautunreinheiten begünstigen, weshalb man die Kopfkissenbezüge häufiger waschen sollte. Allergikern wird empfohlen, beim Kauf besonders auf die Inhaltsstoffe zu achten, da der Kontakt mit den ätherischen Ölen allergische Reaktionen auslösen kann. Wer unsicher ist, sollte sich vor der Anwendung Rat beim Hausarzt einholen und ausschließlich Kissensprays von seriösen Anbietern kaufen.

Referenzen:

  1. Vent, J., F. Vitinius, and K. B. Hüttenbrink. „Einfluss von nächtlicher Lavendel-Duftstoffapplikation auf Stimmungslage, Schlaf-und Traumverhalten bei stationären, depressiven Patientinnen.“Laryngo-Rhino-Otologie S 02 (2018): 10460.
  2. Bogatzki, Ute, and Alexander Bogatzki.Nicht-medikamentöse Interventionen bei Schlafstörungen: Von A wie Aromatherapie bis Z wie Zubettgehen-Rituale. Besser schlafen-auch bei Demenz. Schlütersche, 2021.
  3. Stange, Rainer. „Zum Stand der klinischen Forschung in der Aromatherapie.“Zeitschrift für Phytotherapie 04 (2021): 169-174.
  4. Schulz, Volker. „Erfolgreiche Pilot-Studie zur Wirksamkeit von Lavendelöl als Aromatherapie bei 10 Patienten mit Schlafstörungen.“Zeitschrift für Phytotherapie 06 (2006): 284-285.
  5. Unger, Matthias. „Pflanzliche Sedativa: Neue Aspekte zu altbewährten Arzneipflanzen.“Pharmazie in unserer Zeit 3 (2007): 206-212.

War dieser Artikel hilfreich?

Über den Autor:

Judith Taudien
Schreiben war schon immer Judiths Ding. Deshalb führte sie ihr Weg auch schon in die verschiedensten Print- und Online-Redaktionen, wo sie über all die Themen schreibt, die sie selber interessieren: Literatur, Musik und gutes Essen. Bei Schlaf.de informiert sie Interessierte über alles, was mit dem Thema “Schlafen” zu tun hat. Und wenn sie mal nicht in die Tasten haut, ist sie garantiert auf der Suche nach neuen angesagten Restaurants, guckt Katzenvideos oder singt im wohl coolsten Chor Berlins.